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15.09.2020

Brexit und Zoll: Wie gelingt die Wareneinfuhr ab 2021?

Nach dem Ende der Übergangsfrist entsteht zum Jahreswechsel eine Zollgrenze zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich. Mit dem „Border Operating Model“ legt die britische Regierung fest, wie die Wareneinfuhr ab 1. Januar 2021 in der Praxis funktionieren soll.

Flaggen EU und Vereinigtes Königreich zum Thema Brexit; Quelle: fotolia/Fredex
© fotolia/Fredex

Das Vereinigte Königreich ist am 31. Januar 2020 aus der Europäischen Union (EU) ausgetreten. Für Unternehmen, die von und nach Großbritannien und Nordirland im- und exportieren, geht die Ungewissheit jedoch weiter. Bereits im Juni hatte die britische Regierung angekündigt, Zollkontrollen für Waren aus der EU nach einem Drei-Stufenplan einzuführen. Damit sollen Unternehmen mehr Zeit zur Verfügung haben, sich an die neuen Importbedingungen anzupassen.

Das „Border Operating Model“ stellt diese drei Stufen nun im Detail dar. Unter anderem erläutert es die Anforderungen an Einfuhren aus der EU, also welche Dokumente vorgelegt werden müssen, inwiefern Vereinfachungen in Anspruch genommen werden können und welche Voraussetzungen dafür erfüllt werden müssen.
Darüber hinaus gilt: Ab dem 1. Januar 2021 sind Vorabanmeldungen (Safety and Security Declarations) nicht notwendig. Dies gilt zunächst für einen Zeitraum von sechs Monaten. Zollanmeldungen für Standardwaren können innerhalb von sechs Monaten nachgeholt werden, gleiches gilt für zu zahlende Zölle. Genehmigungs- und verbrauchssteuerpflichtige Waren sind von dieser vorläufigen Regelung ausgeschlossen – hier gelten die vollständigen Einfuhrvorschriften. Ab 1. Juli 2021 wird es schließlich keine Brexit-bedingten Vereinfachungen mehr geben. Für alle Waren werden dann vollständige Einfuhranmeldungen sowie Vorabanmeldungen für sämtliche Waren verpflichtend.

Zur Vorbereitung auf den 1. Januar 2021 empfiehlt die britische Regierung ausländischen Unternehmen, eine EORI-Nummer anzufordern, um Zollanmeldungen im Vereinigten Königreich abgeben zu können. Außerdem wird dazu geraten, einen Zolldienstleister zu beauftragen und ein „Aufschubkonto“ sowie weitere zollrechtliche Bewilligungen zu beantragen. Um die Abwicklung zu beschleunigen, plant die Regierung zudem die Einführung eines neuen IT-Systems: Mit dem Goods Vehicle Movement Service (GVMS) sollen die britischen Behörden in Zukunft schon vor dem Check-in der Ware alle notwendigen Informationen für eine papierlose Zollabfertigung erhalten.

Weitere Unterstützung erhalten exportorientierte Unternehmen mit einem Online-Tool. Außerdem veranstaltet Germany Trade & Invest (GTAI) am 17. November 2020 ein kostenfreies Webinar. Dieses wendet sich an alle Unternehmen, die über den kommenden Jahreswechsel hinaus am deutsch-britischen Wirtschaftsverkehr teilnehmen werden.

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