Meldung
08.09.2020

Pharmaunternehmen in Japan bleiben kooperationsfreudig

Japans Pharmasektor entwickelt sich nach einem starken Wachstumsschub solide. Um die kostenintensive Entwicklung neuer Arzneimittel zu finanzieren, verstärkt sich der Trend zu Unternehmensaufkäufen und Kooperationen. Deutsche Unternehmen können vor allem bei der Entwicklung von Biopharmazeutika punkten.

Flagge Japan; Quelle: istock/Alexander Gatsenko
© Quelle: istock/Alexander Gatsenko

Japans Markt für Arzneimittel und Biopharmazeutika, der drittgrößte Pharmamarkt der Welt, hat in den letzten Jahren einen starken Aufwärtstrend erlebt. So hat die Regierung unter anderem zahlreiche Genehmigungsverfahren für innovative Medikamente beschleunigt und mittels Prämien zusätzliche Anreize für steigende Forschungsaktivitäten geschaffen. Obwohl davon auszugehen ist, dass das Wachstum des Sektors in den kommenden Jahren größtenteils stagniert, wird die Arzneimittelproduktion in Japan weiter ausgebaut. Während verschreibungspflichtige Medikamente den Markt weiterhin dominieren, wächst vor allem der Anteil an Generika und OTC-Medikamenten. Auch der Umsatz mit biotechnologisch hergestellten Wirkstoffen nimmt weiter zu und erreicht nach Angaben von Branchenexperten 2020 einen Wert von 47 Milliarden US-Dollar. Nicht zuletzt auch aufgrund von Corona erfährt die Pharmaindustrie einen positiven Schub: Im Rennen um die Entwicklung eines Impfstoffes gegen Covid-19 sowie die Entwicklung von Medikamenten zur Behandlung von Covid-19-Patienten sind einige japanische Großunternehmen aktiv in der Forschung und Entwicklung beteiligt.

Der japanische Pharmamarkt bietet kleinen und mittleren Unternehmen sowie Start-ups insbesondere bei innovativen Biopharmazeutika weiterhin gute Einstiegsmöglichkeiten. Da der Markt jedoch als streng reguliert gilt, lohnt sich in vielen Fällen die Zusammenarbeit mit japanischen Pharmaunternehmen. Um Kapital für Forschungs- und Entwicklungsvorhaben freizusetzen, lagern viele japanische Hersteller die Formulierung und Produktion von Medikamenten, insbesondere Biopharmazeutika, aus oder greifen auf Kooperationen mit ausländischen Unternehmen zurück. Unter anderem werden zwei kooperierenden Pharmaunternehmen für die Entwicklung und Kommerzialisierung eines Onkologie-Medikaments insgesamt sechs Milliarden US-Dollar an Lizenzeinnahmen in Aussicht gestellt. Eine weitere Kooperation sind im Juli 2020 insgesamt 23 Branchenakteure aus Japan, den USA und Europa eingegangen: Mit einem gemeinsamen Fonds in Höhe von einer Milliarde US-Dollar sollen Start-ups unterstützt werden, die Mittel gegen antibiotikaresistente Infektionen entwickeln.

Weitere Informationen zum Gesundheitsmarkt Japan und die Auswirkungen der Covid-19 Pandemie finden sich in dem  Themenspecial „Aktuelles aus Japans Gesundheitsmarkt“.

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