Meldung
13.12.2019

Spaniens Pharmamarkt wächst zweistellig

Im Jahr 2018 ist das Volumen des spanischen Markts für Arzneimittel um zehn Prozent auf 12,7 Milliarden Euro angewachsen. Auch in Zukunft soll er sich weiterhin positiv entwickeln. Wachstumsimpulse liefert unter anderem die lebendige Forschungs- und Gründungslandschaft.

Flagge Spanien; Quelle: fotolia.com/BMDstudio
© fotolia.com/BMDstudio

Spanische Arzneimittelhersteller investieren in die Forschung und Entwicklung: Nach Angaben des Branchenverbands Farmaindustria nahmen die Ausgaben für entsprechende Projekte im Jahr 2017 um 5,7 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro zu. Weitere Faktoren, die den Markt und damit auch die Nachfrage beleben, sind die alternde Gesellschaft und deren steigende Lebenserwartung. So gilt Spanien – mit einem durchschnittlich zu erwartenden Alter von 86 Jahren für Frauen und 80 Jahren für Männer – derzeit sogar als weltweit gesündestes Land zum Leben. Auf der anderen Seite muss sich der Arzneimittelmarkt aber auch mit gewissen Risiken auseinandersetzen. So könnte etwa ein ungeregelter Brexit eine Medikamentenknappheit zur Folge haben, da das Vereinigte Königreich einer der wichtigsten Arzneimittelproduzenten und -lieferanten ist. Darüber hinaus stellen niedrige inländische Medikamentenpreise die heimischen Hersteller vor Herausforderungen.

Die Pharmaimporte haben zwischen 2017 und 2018 um 7,8 Prozent auf 14,9 Millionen Euro zugenommen. Deutschland zählt zu Spaniens wichtigsten Handelspartnern für Medikamente. Die Lieferungen aus Deutschland erreichten 2018 einen Wert von etwa 2,3 Milliarden Euro. Deutsche Produkte sind in Spanien grundsätzlich beliebt und werden vor allem im Gesundheitsbereich wegen ihrer Qualität geschätzt.

Während rezeptpflichtige Medikamente im vergangenen Jahr einen Anteil von 70,7 Prozent des Apothekenumsatzes ausmachten, entfiel auf Consumer-Health-Produkte ein restlicher Anteil von 29,3 Prozent. Ein besonders starkes Wachstum verzeichneten rezeptfreie OTC-Arzneien – mit einer Zunahme um 4,5 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro. Gegenüber Originalpräparaten haben Generika in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen: Nach Angaben des spanischen Gesundheitsministeriums stieg ihr Anteil zwischen 2011 und 2016 von 33,5 auf 47,5 Prozent.

Das Gesundheitssystem in Spanien garantiert eine flächendeckende Versorgung mit nur geringen Beiträgen für die Patienten. Unter Aufsicht des Gesundheitsministeriums existiert ein Referenzpreissystem. Exportorientierten Unternehmen liefert unter anderem das Internetportal der Aufsichtsbehörde AEMPS umfangreiche Informationen zu den Formalitäten des Warenverkehrs.

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