Meldung
27.11.2019

E-Health: Luxemburg will zur Weltspitze gehören

Digitale Technologien liegen in Luxemburgs Gesundheitswesen immer stärker im Trend. Nach einer vierjährigen Pilotphase soll bis Jahresende die digitale Patientenakte eingeführt werden. Für den weiteren Ausbau im Bereich Künstlichen Intelligenz (KI) ist das Land auf Kooperationspartner angewiesen.

Flagge Luxemburg; Quelle: stock.adobe.com/Hale
© Quelle: stock.adobe.com/Hale

Noch bis zum Jahresende will die luxemburgische Regierung die digitale Patientenakte, die sich seit 2015 in der Testphase befindet, für alle 850.000 Krankenversicherten flächendeckend einführen. Mitte des Jahres 2019 existierten bereits 57.000 digitale Dokumente, auf die verschiedene Institutionen wie Ärzte, Kliniken oder Laboratorien bis dahin etwa 240.000 Mal zugegriffen haben. Darüber hinaus ist Luxemburg – gemeinsam mit Finnland, Estland und Tschechien – Vorreiter beim grenzüberschreitenden Austausch von Gesundheitsdaten innerhalb der Europäischen Union.

Das Gesundheitswesen in Luxemburg gehört zu den teuersten aber auch den leistungsstärksten in Europa. Schlanke Strukturen mit nur wenigen Institutionen ermöglichen der Bevölkerung einen schnellen Zugang zu Behandlungen. Derzeit treibt das Land vor allem E-Health-Innovationen (franz. eSanté) voran, wofür schon früh erste Grundlagen geschaffen wurden. Faktoren, welche die digitale Gesundheit fördern, sind unter anderem die geringe Einwohnerzahl, die hohe Wirtschaftskraft sowie die weit verbreitete Infrastruktur der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT).

Die luxemburgische Wirtschaftspolitik hat sich das Ziel gesetzt, in einigen Bereichen der angewandten Künstlichen Intelligenz weltweit die Führung zu übernehmen. Dazu tragen unter anderem renommierte Forschungseinrichtungen sowie eine lebhafte Start-up-Szene positiv bei. Da die geringe Größe des Landes für die Analyse großer KI-Datenmengen jedoch ein Nachteil ist, haben luxemburgische Akteure ein starkes Interesse an Kooperationen mit Forschungszentren in den Nachbarländern. Das eröffnet Potenziale für deutsche Unternehmen, die in der Branche tätig sind.

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