Meldung
05.11.2019

Britischer Medizintechnikmarkt: Aktuelle Bedarfe

Der britische Markt für Medizintechnik gilt als der drittgrößte Europas. Zwar trübt der bevorstehende Brexit die Aussichten für Exporteure, Wachstumsimpulse entstehen dennoch, etwa durch neue Krankenhäuser und zusätzliche Finanzmittel für das öffentliche Gesundheitssystem.

Flagge Großbritannien; Quelle: colourbox.de
© colourbox.de

Branchenexperten schätzen das Volumen des britischen Medizintechnikmarkts für 2019 auf umgerechnet rund 9,9 Milliarden Euro. Die wachsende und gleichzeitig alternde Bevölkerung sowie die Zunahme von chronischen Beschwerden und Zivilisationskrankheiten bleiben bedeutende Wachstumsfaktoren.

Auf der anderen Seite werden die Zukunftsaussichten von den möglichen Auswirkungen des Brexit getrübt. Denn der geplante EU-Austritt baut zusätzliche Hürden für den Außenhandel auf – vor allem, wenn es zu einem harten Brexit kommen sollte. So haben Importbarrieren und Zölle bereits jetzt einen negativen Einfluss auf die Absatzchancen exportorientierter Unternehmen. Einen positiven Effekt auf die Branche könnte hingegen die Aufstockung von Finanzmitteln für das zuletzt angeschlagene staatliche Gesundheitssystem haben: Für die nächsten fünf Jahre sind von der Regierung hierfür rund 23 Milliarden Euro eingeplant.

Neben Verbrauchsmaterialien und medizinischen Hilfsmitteln zählen die diagnostische Bildgebung sowie die Bereiche Orthopädie und Prothesen zu den wichtigsten Marktsegmenten. Für weiteren Aufschwung sollen Krankenhausprojekte sorgen, darunter der Bau des NHS Royal Sussex County Hospital in Brighton sowie eines Allgemein- und Kinderkrankenhauses in Leeds. Diese und weitere Kliniken benötigen hochwertige Medizintechnik. 2018 belief sich der Gesamtwert medizinischer Einfuhren aus dem Ausland auf 6,4 Milliarden Euro. Deutsche Produkte machen etwa 16 Prozent der Importe aus. Besonders gefragt sind Dentalbohrmaschinen sowie Röntgenapparate und -geräte.

Für die Einfuhren von Medizintechnik aus Deutschland gelten bis zum geplanten Austritt aus der EU die Regeln der Union sowie die verschärften Regelungen für Medizinprodukte ab Mai 2020. Weitere Informationen zur Geschäftspraxis und zu den Einfuhrbedingungen – auch im Falle eines harten Brexit – stellt Germany Trade & Invest (GTAI) auf einer Sonderseite bereit.

Weiterführende Informationen

Weiterführende Informationen