Meldung
14.08.2019

Frankreich bringt Telemedizin durch Kostenerstattung voran

Wer in Frankreich bei einem Arzt war, kann weitere Konsultationen dank Telemedizin von zuhause aus in Anspruch nehmen. Die Leistungen sind seit einigen Monaten durch die Sozialversicherung abgedeckt. Die Anzahl der Beratungen per Bildschirm soll bis 2021 deutlich steigen. Frankreich ist somit auch für deutsche Anbieter entsprechender Dienste ein interessanter Markt.

Flagge Frankreich; Quelle: istockphoto.com / c8501089
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Die französische Regierung hat den Weg für die Telemedizin freigemacht: Seit Mitte September 2018 werden die Kosten für telemedizinische Konsultationen durch Ärzte von den Sozialkassen übernommen. Eine Beratung ist bis zu einem Jahr nach dem letzten Präsenztermin möglich und wird gleich berechnet: 25 Euro für Termine mit Allgemeinärzten und 30 Euro für Termine mit Fachärzten. Die Einholung einer Zweitmeinung per Telemedizin ist für einige Patientengruppen ebenfalls rückerstattungsfähig. Die Regierung rechnet mit einer steigenden Nachfrage: 2019 sollen etwa 500.000 Konsultationen stattfinden, 2020 bereits rund eine Million und 2021 sogar 1,3 Millionen.

Der Ausbau der Telemedizin ist Teil der Bemühungen zur Digitalisierung der Gesundheitsversorgung. Mit dem Plan „Ma Santé 2022“ will die Regierung diverse E-Health-Bereiche entwickeln. Langfristig sollen auch Apotheker und Arzthelfer telemedizinische Beratungen durchführen können. Darüber hinaus sind Maßnahmen zur Digitalisierung von Daten geplant sowie zu deren Zusammenführung und sicherer Nutzung. Frankreich soll im internationalen Wettbewerb langfristig als Standort für Künstliche Intelligenz (KI) im Gesundheitssektor gestärkt werden.

Aufgrund der Kostenübernahme für telemedizinische Leistungen und den allgemeinen Ausbau der E-Health-Infrastruktur ist Frankreich für ausländische Anbieter von Telemedizinplattformen und -software sowie KI-Technologien zu einem interessanten Markt geworden. Deutsche Unternehmen, die über einen Markteintritt nachdenken, können sich bei der AHK Frankreich beraten lassen.

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