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01.08.2019

US-Krankenhäuser sparen, aber nicht an moderner Medizintechnik

Hohe Gesundheitskosten der letzten Jahre lassen die US-Krankenhäuser einen strikten Sparkurs fahren. Zwar werden neue Häuser gebaut und erweitert, andere aber dafür zusammengelegt oder geschlossen. Die Medizintechnikbranche ist von den Sparmaßnahmen kaum betroffen. Es wird auf Forschung und Entwicklung gesetzt.

US-amerikanische Flagge
© istockphoto.com/ Jason Lugo

Die Ratingagentur Moody‘s erwartet, dass der US-Markt für medizinische Ausrüstung in den Jahren 2019 und 2020 um jeweils 4,5 bis 5,5 Prozent wächst. Ein Grund ist der gestiegene Umsatz mit relativ neuen, margenstarken Produkten. Dazu zählen Geräte für Diabetiker, Transkatheter-Herzklappen und Robotersysteme für die Chirurgie. Somit entstehen große Absatzpotenziale für Medizintechnik – obwohl die Krankenhäuser aufgrund jahrelang ausufernder Gesundheitskosten sparen müssen. Viele Einrichtungen fusionieren oder werden aufgelöst, vor allem in Ballungsgebieten.

Die Zeichen stehen auf Innovation: Die Lebensmittelüberwachungs- und Arzneimittelbehörde Food and Drug Administration hat 2018 mehr als 40 medizintechnische Geräte zugelassen, darunter ein ophthalmologischer Laser und eine künstliche Herzklappe. Im selben Jahr wurden zudem viele Maßnahmen zur Erforschung und Erprobung innovativer Therapietechniken eingeleitet. Laut Branchenkennern sollen die Ausgaben im F&E-Bereich 2019 weiter steigen.

Auch die Hersteller von Einwegprodukten können auf steigenden Absatz hoffen. Denn zur Minderung von Infektionsrisiken werden diese immer häufiger verwendet. Der Bedarf soll laut dem Marktforschungsinstitut Freedonia bis 2022 um etwa vier Prozent pro Jahr steigen. Besonders gefragt sind chirurgische Einweginstrumente und Hilfsgüter. Auch der Markt für Einwegverbrauchsmaterial zur Dialyse soll zulegen. Denn es ist mit einer Zunahme von unheilbaren Nierenerkrankungen zu rechnen, die eine Dauerbehandlung sowie Operationen erfordern.

In den USA werden immer mehr kosmetische und dermatologische Behandlungen und Eingriffe durchgeführt, weshalb Anbieter von hochwertigen Lasergeräten gute Absatzchancen haben. Aufgrund der steigenden Lebenserwartung nimmt auch der Bedarf an Lasertechnik für altersbedingte Vorsorgeuntersuchungen zu. Eine wachsende Marktnische bilden zudem Dentallaser. In der Telemedizin beziehungsweise in E-Health-Anwendungen soll ebenfalls großes Potenzial stecken.

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    San Francisco (GTAI) - Wegen jahrelang ausufernder Gesundheitskosten sind US-Krankenhäuser in enormen Sparzwang geraten. Dennoch bestehen in den Vereinigten Staaten große Absatzpotenziale für Medizintechnik.