Meldung
30.07.2019

Pharmaimporte nach Hongkong sollen weiter zunehmen

In Hongkong steigt der Bedarf an Arzneimitteln. Aufgrund der geringen Anzahl nationaler Produzenten ist die Sonderverwaltungszone im östlichen China auf Einfuhren angewiesen. Rund 90 Prozent der Produkte sind importiert. Hohe Verkaufspreise sorgen für gute Gewinnmargen.

Pillenproduktion in der pharmazeutischen Industrie; Quelle: istockphoto.com/zorazhuang
© istock.com/zorazhuang

Wie das lokale Statistikamt berichtet, beliefen sich Hongkongs Importe von medizinischen und pharmazeutischen Erzeugnissen im Jahr 2018 auf umgerechnet etwa 2,69 Milliarden Euro. Damit stiegen die Einfuhren nominal um rund neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Lässt man die Reexporte außer Acht, lagen die Nettoeinfuhren 2018 bei etwa 1,7 Milliarden Euro. Mit seinen 7,5 Millionen Einwohnern ist Hongkong also ein kleiner, aber sehr potenter Markt.

Der Plan der Regierung, die Sozialleistungen zu verbessern und etwa mehr Menschen Zugang zu teuren Medikamenten zu gewähren, lässt erwarten, dass die Importe bis 2020 weiter wachsen. Hinzu kommt, dass die Lebenserwartung der Bevölkerung steigt. Die Nachfrage nach Medikamenten zur Behandlung altersbedingter Krankheiten nimmt schon seit Jahren zu.

Hongkong bezieht seine Arzneimittel überwiegend aus Europa, Nordamerika und Japan. Deutschland lag 2018 auf dem zweiten Platz der Importländer mit Lieferungen im Wert von mehr als 359 Millionen Euro. Im Fünfjahresvergleich bedeutet das ein Plus von fast 80 Prozent. Die wenigen nationalen Pharmaproduzenten haben sich auf die Generikaproduktion spezialisiert oder sind als Auftragsfertiger für internationale Konzerne tätig. Der Umfang eigener Forschungs- und Entwicklungsvorhaben ist gering. Zudem müssen die meisten Vorprodukte importiert werden.

Die größten Abnehmer von Pharmaprodukten sind die öffentlichen Krankenhäuser. Einkäufe werden über das Government Logistics Department abgewickelt. Lieferanten können sich online registrieren. Korruption ist ein geringes Problem. Öffentliche Beschaffungen verlaufen grundsätzlich fair und offen. Die meisten Patientinnen und Patienten erhalten ihre Medikamente im Krankenhaus, bei Ärzten oder in privaten Kliniken. Frei verkäufliche Produkte werden meist in Drogerien erworben. Wer Arzneimittel benötigt, muss tief in die Tasche greifen. Trotz fehlender Mehrwertsteuer und Einfuhrzölle sind die Preise deutlich höher als in Deutschland. Für internationale Firmen bedeutet das: Sie können mit relativ hohen Gewinnmargen kalkulieren.

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