Meldung
23.07.2019

E-Health: Finnland ist Spitzenreiter im digitalen Europa

Im Land der tausend Seen wird die Digitalisierung in der Prävention, Diagnose, Therapie und des Monitorings von Krankheiten vorangetrieben. Das Ansehen von Consumer-Health-Produkten und Apps steigt. In einem virtuellen Gesundheitsdorf können sich Patientinnen und Patienten informieren und medizinisch begleiten lassen.

Flagge Finnland; Quelle: fotolia/Björn Wylezich
© Quelle: fotolia/Björn Wylezich

Das finnische E-Health-System gehört zu den fortschrittlichsten weltweit. Neuerdings können alle Bürgerinnen und Bürger Gesundheitsdaten wie Blutdruck, Blutzucker oder Gewicht in ihrer digitalen Patientenakte speichern. Außerdem ist es möglich, von überall auf die Daten zuzugreifen und beispielsweise Diagnosen und Laborwerte einzusehen. In einer Praxis oder Klinik kann man die Daten schließlich mit den behandelnden Ärzten teilen und besprechen. Den Zugriff auf ihre persönliche Gesundheitsakte nutzen in Finnland bereits fast 700.000 Menschen. Ihre Daten erheben sie mit sogenannten Consumer-Health-Produkten wie digital vernetzten Pulsuhren, Blutdruckmessgeräten oder Körperwaagen, die sich großer Beliebtheit erfreuen. Auch die Offenheit im Umgang mit Patientendaten und das Vertrauen in die Datensicherheit sind in Finnland grundsätzlich groß.

Beispielhaft ist das Konzept „Omapolku“, das zum staatlich geförderten Forschungsprojekt „Terveyskylä“ gehört: In einem virtuellen Gesundheitsdorf, das Finnlands fünf Universitätskrankenhäuser gemeinsam aufgebaut haben, können sich Bürgerinnen und Bürger auf 115 digitalen Behandlungspfaden beraten und zum Teil auch therapieren lassen. Über die dazugehörige App können sie Daten, etwa von Schrittzählern oder Pulsmessern, in ihre Gesundheitsakte einpflegen. Im personalisierten Patientenbereich finden sie außerdem Symptom-Navigatoren und Tools zur Selbsthilfe und Diagnostik. Es werden individuelle Therapiepläne bereitgestellt und es gibt die Möglichkeit zum virtuellen Austausch zwischen Patient und Arzt – etwa zur Vorbereitung auf eine anstehende Operation (Narkosegespräch). Das virtuelle Gesundheitsdorf verbuchte 2018 rund 16 Millionen Aufrufe und wird pro Tag von rund 14.200 Nutzern besucht.

Mittelständische deutsche Unternehmen, die mehr über das finnische E-Health-System erfahren möchten, haben dazu auf der HIMSS & Health 2.0 Gelegenheit. Die europäische Konferenz findet vom 11. bis 13. Juni 2019 in Helsinki statt und präsentiert neben den neusten Health-Apps viele weitere innovative Lösungen im Bereich Digitale Gesundheit.

Weiterführende Informationen

Weiterführende Informationen

  • Finnland wird Testmarkt für Health-Apps

    Helsinki (GTAI) - Bisher konnten in Finnland nur Ärzte Informationen in der digitalen Patientenakte speichern. Jetzt können auch Patienten ihre Daten hochladen, zum Beispiel über Apps.