Meldung
07.05.2019

Australien investiert in innovative Medizintechnik

Eine längere Lebenserwartung sowie chronische und altersbedingte Krankheiten sorgen dafür, dass Gesundheitseinrichtungen in Australien mehr Medizintechnik anschaffen bzw. aus dem Ausland importieren. Deutsche Hersteller sind nach den USA die wichtigsten Lieferanten.

Australische Flagge flattert im Wind
© istockphoto.com/ JoeGough

Bis zum Ende des Finanzjahres 2023/2024 soll der australische Medizintechnikmarkt um durchschnittlich 1,8 Prozent pro Jahr wachsen, so die Prognose von IBIS World. Grund dafür ist die soziodemografische Entwicklung: Die Bevölkerungszahl steigt und die Einwohner werden älter, weshalb sie länger versorgt werden müssen. Hinzu kommt, dass immer mehr Australier an lebensstilbedingten und chronischen Krankheiten leiden, etwa Fettleibigkeit und Diabetes.

Der höhere Behandlungsbedarf führt zu steigenden Gesundheitsausgaben. Den größten Anteil trägt der öffentliche Sektor. Das australische Gesundheitswesen basiert auf dem Medicare-System, das eine kostenfreie Behandlung in öffentlichen Krankenhäusern ermöglicht bzw. ambulante Behandlungen teilweise oder ganz erstattet. Da der Großteil der Kosten mit Steuermitteln finanziert wird, schafft der Staat finanzielle Anreize für den Abschluss privater Zusatzversicherungen, was auch den Privatsektor stärkt. Dank der guten Wirtschaftslage und hoher Steuereinnahmen will die Regierung künftig in die Gesundheitsversorgung investieren und etwa Krankenhäuser bauen oder sanieren. Das wird auch die Absatzchancen von Medizintechnikherstellern verbessern. Innovative Medizintechnik kommt in der Regel zuerst im öffentlichen Sektor zum Einsatz, da private Kliniken nur unter bestimmten Voraussetzungen eine Rückerstattung geltend machen können.

Die Einfuhren ausgewählter medizintechnischer Produkte nach Australien nahmen 2017 auf US-Dollar Basis um 2,5 Prozent zu. Deutlicher Spitzenreiter im Importgeschäft waren die USA (36,7 Prozent), gefolgt von Deutschland (8,8 Prozent). Gefragt waren etwa Röntgenapparate und -geräte, Orthopädietechnik und Prothesen sowie Elektrodiagnoseapparate und -geräte aus deutscher Produktion.

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