Meldung
23.04.2019

Bioökonomie, Innovationsförderung, Gesundheitsforschung - wo steht die deutsche Biotech-Szene?

Deutsche Biotechnologietage 2019. In Plenarvorträgen, Podiumsdiskussionen und Frühstücksrunden befassten sich am 9. und 10. April über 770 Unternehmerinnen und Unternehmer, Forscher sowie Partner aus Politik, Förderinstitutionen und Verwaltung mit den Rahmenbedingungen und den vielfältigen Anwendungsfeldern der Biotechnologie. Das Branchentreffen ist Deutschlands größtes Biotech-Event.

Workshop, Blick in Tagungsraum
Gut besuchter Workshop der Exportinitiative Gesundheitswirtschaft
© Exportinitiative Gesundheitswirtschaft
Gut besuchter Workshop der Exportinitiative Gesundheitswirtschaft

Inhaltliche Schwerpunkte der DBT sind traditionell die medizinische und industrielle Biotechnologie sowie die Themen Forschung und Technologietransfer. Zunehmend stehen auch Fragestellungen der Internationalisierung und des globalen Wettbewerbs auf der Agenda. In diesem Jahr war die Exportinitiative Gesundheitswirtschaft auf Wunsch der Veranstalter stärker in die Ausgestaltung des Programms eingebunden und richtetet am zweiten Tag einen Workshop zu dem Biotech-Frontrunner Israel aus.

Israel gilt seit Jahren als Start-up Paradies. Aktuelle Schätzungen gehen von bis zu 1000 Start-ups allein in der Gesundheitswirtschaft aus. Statistisch betrachtet wird spätestens jeden drittenTag ein neues gegründet. Wie kam es gerade in Israel zu einer derart erfolgreichen Biotech Start-up-Szene? Inwiefern sind diese Faktoren relevant für die Zusammenarbeit mit Deutschland und anderen Staaten? Diese Themen erörterten Experten in dem von der Exportinitiative Gesundheitswirtschaft geleiteten Workshop.

Nach einer Einführung in den israelischen Biotechnologiemarkt mit Fokus auf die florierende Start-up Szene sowie die wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen durch Axel Lohse, den für die Branche zuständigen Manager bei der Exportinitiative, übernahm Yossi Tal, Präsident des israelischen Biotech-Unternehmens TechnoSTAT, das Mikrofon. Auf unterhaltsame Weise leitete Herr Tal die Gründe für die israelische Erfolgsgeschichte insbesondere aus der Mentalität, Kultur, Historie und der derzeitigen Situation im Land her. Es gibt kaum Hierarchiedenken, weitreichende Verantwortung wird schon sehr jungen Menschen übertragen - z.B. in der Armee -, Scheitern gehört zum Entwicklungsprozess dazu. Man umgeht gerne und durchsetzungsstark Regeln, wenn dies den Weg zum Ziel verkürzt. Daher gibt es kaum Grenzen für freies und kreatives Denken und die unkonventionelle und schnelle Umsetzung von Ideen. Könnte man diese Erfolgsfaktoren auf Länder wie zum Beispiel die USA und Deutschland übertragen? Laut Tal sei das nur in den wenigsten Fällen möglich. Auch birgt die Zusammenarbeit seiner Meinung nach gewisse Herausforderungen.

Dieter Lingelbach, SirionBiotech GmbH, berichtete anschließend von seiner langjährigen Zusammenarbeit mit israelischen Unternehmen. Ein wichtiger Tipp: alle Informationen aus persönlichen Gesprächen wie Telefonaten sollte man unbedingt protokollieren und Ideen auch kritisch hinterfragen. Am Ende bestätigte Dr. Tilo Mandry, IGES Gruppe, der ebenfalls über fundierte Geschäftsexpertise mit Israel verfügt, diese Erfahrungen und verwies auf die besondere Bedeutung von Netzwerken und persönlichen Kontakten vor Ort. Bei anschließenden Diskussionen, bilateral und in der Gruppe, manifestierte sich das ausgeprägte Interesse aller an der beeindruckenden Entwicklung der Biotech-Szene in Israel. Teilnehmer und Referenten knüpften wertvolle Kontakte.

Während der beiden Veranstaltungstage informierten sich zahlreiche Branchenvertreter am Messestand der Exportinitiative Gesundheitswirtschaft über das breite Angebot zur Unterstützung von KMU im Auslandsgeschäft. Auch im kommenden Jahr wird die Exportinitiative Gesundheitswirtschaft bei den Deutschen Biotechnologietagen am 27. und 28. Mai in Wiesbaden vertreten sein.

Die Deutschen Biotechnologietage werden von BIO Deutschland und dem Arbeitskreis der deutschen BioRegionen seit 2010 jährlich ausgerichtet.

  • Messestand der Exportinitiative Gesundheitswirtschaft bei den DBT 2019Startklar. Die Exportinitiative Gesundheitswirtschaft bei den DBT 2019
    © Exportinitiative Gesundheitswirtschaft
  • Workshop, Blick in TagungsraumGut besuchter Workshop der Exportinitiative Gesundheitswirtschaft
    © Exportinitiative Gesundheitswirtschaft
  • Axel LohseBegrüßung durch Axel Lohse, Manager für den Bereich medizinische Biotechnologie
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  • Yossi TalYossi Tal, Ph.D., TechnoSTAT, zu den Hintergründen des israelischen Start-up Erfolgs
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  • Dieter LingelbachDieter Lingelbach, Sirion Biotech GmbH, teilt seine Erfahrungen
    © Exportinitiative Gesundheitswirtschaft
Messestand der Exportinitiative Gesundheitswirtschaft bei den DBT 2019Workshop, Blick in TagungsraumAxel LohseYossi TalDieter Lingelbach

Workshop: Israel’s Biotech success story

Agenda

  • Axel Lohse, Manager Pharma & Biotechnology, HEALTH MADE IN GERMANY: Israel’s Healthcare Market and Biotechnology Landscape
  • Yossi Tal, President, TechnoSTAT Ltd.: Israel’s Successful Biotech Story: What can we Learn from it?
  • Dieter Lingelbach, Chief Operating Officer & Executive Director, Sirion Biotech, GmbH: SIRION’s Biotech business in Israel – how to become successful in the market. Lessons learned.
  • Dr. Tilo Mandry, Director, IGES Institute: How do German SMEs deal best with Israeli biotech companies?