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05.03.2019

Hongkongs Gesundheitseinrichtungen investieren in innovative Ausstattung

Medizintouristen vom chinesischen Festland sorgen dafür, dass der private Gesundheitssektor Hongkongs in Medizintechnik investiert. Öffentliche Einrichtungen ziehen nach. Krankenhausbauten und -sanierungen sind geplant. Geräte und Ausstattung werden importiert.

Operationssaal
© istockphoto.com/ UygarGeographic

Die Gesundheitsausgaben in Hongkong steigen, sowohl von Seiten der Regierung als auch der Bevölkerung. Zwischen den Fiskaljahren 2010/2011 und 2015/2016 lag das Wachstum bei durchschnittlich zehn Prozent jährlich, Tendenz weiter steigend. Die Ursachen sind unter anderem demografische Entwicklungen, wie etwa das Bevölkerungswachstum aufgrund der Zuwanderung vom chinesischen Festland. Zugleich werden die Menschen älter. Da Hongkong eine kostenlose Behandlung in staatlichen Krankenhäusern und Tageskliniken garantiert, ist mit höheren Ausgaben zu rechnen.

Was dem Sektor ebenfalls zugute kommt ist der zunehmende Medizintourismus. Denn im Vergleich zum Rest Chinas sind die medizinischen Standards besser. Eine Folge davon ist die Konsolidierung des Privatsektors. Immer mehr Ärzte praktizieren in großen Gesundheitszentren. Die meisten Büroangestellten erhalten über den Arbeitgeber eine private Krankenversicherung, auch wenn die Leistungen beschränkt sind. Lange Wartezeiten bei nicht lebensnotwendigen Eingriffen führen außerdem dazu, dass mehr Menschen Behandlungen in Privatkliniken selbst zahlen. Die Einrichtungen investieren zugleich in innovative Medizintechnik sowie eine luxuriöse Ausstattung, um eine wohlhabende Klientel anzusprechen. Doch auch der öffentliche Sektor zieht aufgrund des allgemein steigenden Behandlungsbedarfs nach. Bis 2026 sollen rund 5.000 zusätzliche Krankenhausbetten entstehen. Einige Großprojekte sind bereits geplant: Vier Kliniken werden vergrößert und ein auf Pädiatrie spezialisiertes Krankenhaus gebaut.

In Hongkong selbst gibt es so gut wie keine Medizintechnikproduktion, weshalb die Importquote hoch ist. Die Einfuhren beliefen sich 2017 auf umgerechnet fast 1,9 Milliarden Euro. Ein Großteil davon wurde jedoch reexportiert. China ist der größte Lieferant, gefolgt von den USA und Deutschland. Elektrodiagnosegeräte, Röntgenapparate sowie Orthopädietechnik und Prothesen hatten 2017 wertmäßig den größten Anteil an den deutschen Importen. Was Hongkong als Exportmarkt außerdem interessant macht: Ausschreibungen verlaufen sehr fair – es gibt bei Vergaben kaum Korruption.

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