Meldung
26.02.2019

Chiles Regierung investiert stark in die Gesundheitsversorgung

Eine E-Health-Strategie, neue Krankenhäuser sowie eine bessere Ausstattung von OP-Sälen kurbelt den Absatz von Medizintechnik in Chile an. Deutsche Hersteller haben gute Chancen, denn nach den USA ist Deutschland der größte Lieferant.

Flagge Chile
© Fotolia/kobozaa

Die Gesundheitsausgaben in Chile sind vergleichsweise hoch und lagen 2017 bei rund acht Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Davon profitiert auch der Medizintechnikmarkt: BMI Research schätzt das Marktvolumen derzeit auf umgerechnet etwa 800 Millionen Euro. Bis 2021 soll die Milliardenmarke erreicht werden. Das hängt nicht zuletzt mit der alternden Bevölkerung zusammen. Der Bedarf an Medikamenten und Technologien für die Behandlung älterer Menschen wird langfristig weiter zunehmen. Die Nachfrage nach Medizintechnik und Lösungen in den Segmenten Krankenhaus-Management und -ausstattung, Notfallversorgung und E-Health ist bereits hoch.

Die Regierung will bis 2026 rund 8,8 Milliarden Euro in den Gesundheitssektor investieren. Im Vordergrund stehen Krankenhausbauten und -sanierungen, die Verbesserung der Infrastruktur und der Ausstattung der Einrichtungen. Außerdem ist eine Reform der privaten Krankenversicherung und eine Modernisierung des öffentlichen Krankenversicherungssystems geplant. Aufgrund der steigenden Bedeutung digitaler Lösungen kündigte das Gesundheitsministerium zudem eine „Digital Hospital Initiative“ an. Hier sollen Cloud-basierte Lösungen im Krankenhaus-Management und Informationstechnologien zur Patientendatenspeicherung zum Einsatz kommen. Im Rahmen der Investitionsvorhaben ist zudem der Bau von 57 neuen Krankenhäusern vorgesehen.

Insgesamt sind die Absatzchancen für deutsche Medizintechnikhersteller im Land gut. 2017 haben sich das chilenische und das deutsche Gesundheitsministerium auf eine verstärkte Zusammenarbeit verständigt. Besonders gefragt sind derzeit Geräte und anderes Equipment für OP-Säle. Denn im Rahmen des Programms „Pabellón a Punto“ will Chile deren Ausstattung in fünf ländlichen Regionen verbessern. Vor allem die Anschaffung von Anästhesiegeräten, Lampen und Operationstischen, Defibrillatoren, Laparoskopen, Elektrokardiographen, Ultraschallgeräten und chirurgischen Instrumenten wird gefördert.

In Chile selbst wird kaum Medizintechnik hergestellt. Die Importe beliefen sich 2017 auf umgerechnet 610 Millionen Euro. Nach den USA ist Deutschland der wichtigste Lieferant. 2017 wurden vor allem Röntgenapparate und Elektrodiagnosegeräte aus deutscher Herstellung eingekauft.

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