Meldung
20.02.2019

Südkoreas Gesundheitswesen ist im Wandel

Eine alternde Bevölkerung und technologische Innovationen wirken sich positiv auf den Bedarf an Medizintechnik in Südkorea aus. Die Importrate hat zugelegt. Davon profitieren deutsche Hersteller, deren Produkte einen guten Ruf genießen.

FlaggeSüdkoreas
© fotolia.com/ Rawf8

Das Volumen des südkoreanischen Medizintechnikmarkts ist nach Angaben des Ministry of Food and Drug Safety im Jahr 2017 um 8,3 Prozent auf umgerechnet 4,8 Milliarden Euro gestiegen. Die Hauptursache ist der demografische Wandel. Dieser sorgt unter anderem für eine erhöhte Nachfrage nach Lösungen, die auf künstlicher Intelligenz (KI) basieren, nach Telemedizin und nach einem Einsatz von Robotertechnik. Branchenvertreter sprechen von einem einschneidenden Wandel im Gesundheitswesen. Die Regierung will die Nutzung von KI-basierter Medizintechnik daher künftig stärker fördern.

Südkorea ist bei technologisch fortgeschrittenen Geräten stark importabhängig. Die Einfuhren stiegen 2017 um 10,9 Prozent auf etwa 3,1 Milliarden Euro. Die USA waren der Hauptlieferant. Deutschland befand sich mit Importen im Wert von 481 Millionen Euro auf dem zweiten Platz. Die Qualität deutscher Medizintechnik wird in Südkorea geschätzt. Zu den wichtigsten aus Deutschland importierten Produktgruppen zählen Röntgenapparate, Orthopädietechnik und Elektrodiagnosegeräte.

Zentrale Voraussetzungen, um in den Markt einzusteigen, sind ein einheimischer Vertriebspartner mit guten Beziehungen zu den Entscheidungsträgern, ein guter After-Sales-Service und konkurrenzfähige Preise. Der Preiswettbewerb ist in den letzten Jahren intensiver geworden, weil öffentliche Krankenhäuser mit ihrer gebündelten Einkaufsmacht die Hauptzielgruppe von internationalen Firmen sind und private Anbieter verdrängen. Ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und Südkorea regelt seit Juli 2011 einen vollständigen Zollabbau für alle Industriegüter innerhalb von sieben Jahren. Konkrete Zollsätze sind in der Market Access Datenbank der EU abrufbar.

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