Meldung
05.02.2019

US-Medizintechnikmarkt: Qualität statt Quantität

Das reale Wachstum des Medizintechnikmarkts in den USA wird abflachen. Gleichzeitig rückt die qualitative Verbesserung der Gesundheitsversorgung stärker in den Vordergrund. Importeure können mit modernen Diagnose- und Therapiegeräten punkten.

US-amerikanische Flagge
© istockphoto.com/ Jason Lugo

Der US-amerikanische Medizintechnikmarkt ist der größte weltweit. Nach Angaben der U.S. International Trade Commission hatte dieser 2017 ein Volumen von umgerechnet rund 99 Milliarden Euro. Das Wachstum lag bei 8,8 Prozent gegenüber 2016. Mittelfristig soll sich dieses jedoch abschwächen, wie das Forschungsinstitut Freedonia prognostiziert. Das jährliche Marktwachstum für medizinisches Verbrauchsmaterial und Ausrüstungen sowie Medizintechnik soll bis 2021 nur noch 1,6 Prozent betragen.

Das Preisniveau auf dem US-Markt ist hoch. Zudem wird qualitativ hochwertige Technik eingesetzt. Krankenhäuser und andere Einrichtungen fragen insbesondere Diagnose- und Bestrahlungstechnik nach sowie Produkte zur Neuromodulation, zur Behandlung der Wirbelsäule und des Muskel-Skelettsystems, Geräte zur Rehabilitierung der Atemfunktion, Insulinpumpen, Blutzuckermessgeräte und Herzschrittmacher. Zudem wird immer mehr OP-Robotertechnik eingesetzt. Auch digitale Lösungen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Die wichtigsten Abnehmer sind Krankenhäuser und Kliniken. Hinzu kommen private Abnehmer und ambulante Einrichtungen sowie spezialisierte Arztpraxen.

Das schwächere Marktwachstum liegt unter anderem daran, dass sich die Zahl der Gesundheitseinrichtungen trotz Neubauten kaum verändern wird, da umfassende Zusammenlegungen und Schließungen geplant sind. Hinzu kommt ein allgemeiner Sparzwang aufgrund hoher Behandlungs- und Personalkosten. Daher ist zu vermuten, dass statt einem quantitativen Zuwachs bei den Beschaffungen die qualitative Verbesserung der Gesundheitsversorgung stärker in den Vordergrund rücken wird. Steigende Absätze sind bei modernen und effizienzsteigernden Geräten zu erwarten, die etwa neue Diagnose- und Therapieformen ermöglichen. Zudem werden sich die Geschäfte der Anbieter künftig vermutlich mehr in Richtung Dienstleistungen sowie Wartung und Instandhaltung verschieben.

Große Konzerne dominieren die Medizintechniksparte in den USA. Produzenten schließen sich zudem zunehmend zusammen oder kaufen Wettbewerber auf, um Synergien zu erzeugen. Kleine innovative Firmen werden dabei übernommen. Parallel dazu senken viele Hersteller ihre internen Kosten, etwa indem sie Geschäftszweige verkaufen, um sich auf bestimmte Produkte zu spezialisieren.

Im Jahr 2017 wurde Medizintechnik in Höhe von umgerechnet 47 Milliarden Euro in die USA eingeführt. Nach Mexiko, China und Irland lag Deutschland mit einem Anteil von etwa zehn Prozent auf Platz vier der Lieferländer. Besonders gefragt waren Geräte zur Elektrodiagnose, Röntgenapparate sowie zahnmedizinische und ophthalmologische Instrumente. Experten vermuten, dass Mexiko die führende Position halten wird. Welche Rolle China in Zukunft spielt, bleibt allerdings unklar, nachdem sich USA und China Strafzölle auferlegt haben. Für deutsche Hersteller sieht es besser aus: Die US-Regierung hat keine Strafzölle auf Medizintechnik aus EU-Ländern verhängt oder angekündigt.

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