Meldung
31.01.2019

Medizintechnikmarkt in Singapur wächst dank demografischem Wandel

Der Bedarf des Insel- und Stadtstaates an Medizintechnik erhöht sich durch eine alternde Bevölkerung und die Volkskrankheit Diabetes. Die Regierung plant den Bau von neuen Krankenhäusern. International ist Singapur als Produktions- und Forschungsstandort beliebt.

Flagge Singapur
© Fotolia/macky_ch

Der singapurische Medizintechnikmarkt entwickelt sich positiv. Grund dafür ist der demografische Wandel. Bis 2030 wird sich die Zahl der über 64-Jährigen wahrscheinlich fast verdoppeln. Weil viele von ihnen alleine wohnen, verlagert sich die Pflege und Behandlung älterer Menschen zunehmend in das private Wohnumfeld. Dadurch könnte die Nutzung digitaler Technologien im Gesundheitswesen künftig zunehmen. Auch die hohe Zahl an Diabetikern kurbelt die Nachfrage an. Aktuell gibt es in Singapur mehr als 400.000 Erkrankte. Eine Lösung sollen regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und die Sensibilisierung für einen gesünderen Lebensstil bieten. Das eröffnet vor allem den Herstellern von Fitness- und Wellnessprodukten neue Absatzchancen, auch aus Deutschland.

Zur Gewährleistung der medizinischen Versorgung plant die Regierung den Bau von neuen Krankenhäusern. Bis 2030 sollen bis zu 5.000 zusätzliche Krankenhausbetten zur Verfügung stehen. Marktbeobachter rechnen trotzdem mit Engpässen. In Singapur wird der Großteil der Medizintechnikprodukte vom öffentlichen Sektor eingekauft. Experten erwarten, dass sich die Relation von öffentlichen zu privaten Krankenhausbetten weiter zugunsten der staatlichen Einrichtungen verschieben wird.

Die lokale Medizintechnikproduktion erhöhte sich 2017 um 16,7 Prozent und erreichte einen Wert von umgerechnet 8,4 Milliarden Euro. Auch die Einfuhren legten zu. Sie beliefen sich auf etwa 8,5 Milliarden Euro. Der Hauptlieferant sind die USA mit einem Importanteil von rund 30 Prozent. Aus Deutschland kommen insbesondere Röntgenapparate, zahnmedizinische Produkte und Orthopädietechnik.

Eine Besonderheit des singapurischen Medizintechnikmarktes besteht darin, dass ein Großteil der Einfuhren re-exportiert wird. Experten bezeichnen das als „Singapur-Effekt“. Der Stadtstaat gilt als beliebter Produktions- und Forschungsstandort. Multinationale Medizintechnikfirmen mit einem regionalen Vertriebszentrum schätzen die exzellente Infrastruktur, wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen und den effizienten Schutz von geistigem Eigentum. Eine wichtige Branchenveranstaltung ist die Medical Fair Asia. Deutsche Unternehmen können hier ihre Produkte und Dienstleistungen im Rahmen eines Bundesgemeinschaftsstands präsentieren.

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