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17.01.2019

Gesundheitstourismus in Thailand sorgt für steigenden Medizintechnikabsatz

Da immer mehr ausländische Patienten nach Thailand kommen, investieren öffentliche und private Gesundheitseinrichtungen in moderne Medizintechnik. Obwohl die Regierung die Inlandsproduktion stärken will, wird ein großer Anteil importiert. Mehr als ein Zehntel kommt aus Deutschland.

Flagge Thailands; Quelle: fotolia/yongkiet
© fotolia/yongkiet

Der thailändische Medizintechnikmarkt hat aktuell ein Volumen von umgerechnet 1,2 Milliarden Euro. Für die nächsten zwei Jahre prognostiziert Business Monitor International einen Zuwachs von 8,7 Prozent. Die Regierung ist teilweise für die Entwicklung verantwortlich. Mit einem Zehnjahresplan will diese die Bedeutung Thailands als „Hub of Wellness and Medical Services“ forcieren und damit mehr Medizintouristen in das Land locken. Neben dem Gesundheitstourismus sind die alternde Bevölkerung und die öffentliche Krankenversicherung Wachstumstreiber. Zwar entfallen rund 55 Prozent der Nachfrage auf den öffentlichen Sektor, die privaten Kliniken investieren jedoch stark in moderne Technik und tragen daher auch zum Wachstum bei. Mit einem Anteil von 27 Prozent werden vor allem Geräte für Diagnostik und Imaging eingekauft. Darauf folgen die Bereiche medizinische Verbrauchsprodukte (14 Prozent), Orthopädie und Implantate (fünf Prozent), Dentalprodukte (vier Prozent), Hilfsgeräte (zwölf Prozent) und Sonstige (38 Prozent).

Obwohl 14 Prozent des Regierungshaushalts ins Gesundheitswesen fließen, sind die öffentlichen Einrichtungen unterfinanziert. Das liegt insbesondere an der angespannten Finanzlage des staatlichen Versorgungssystems. Eine alternde Bevölkerung sowie die Zunahme altersbedingter Krankheiten verschärft die Lage zusätzlich. Obwohl die Universalversicherung grundsätzlich Zustimmung findet, wird die Forderung nach einer Gesundheitsreform lauter. Weitaus besser sieht es – dank des Medizintourismus – für die Privatkliniken aus. Allein 2016 kamen 2,8 Millionen ausländische Patienten nach Thailand, was dem Sektor Einnahmen von über 2,6 Milliarden Euro bescherte.

Die nationale Produktion von Medizintechnik beschränkt sich auf arbeitsintensive und technologisch einfache Produkte. Langfristig ist aber zu erwarten, dass die Produktionsrate steigt und sich der Standard verbessert. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass das Thailand Board of Investment um ausländische Unternehmen wirbt, um die Industriestruktur weiterzuentwickeln. Anreize sind etwa Zollfreiheit und eine Einkommenssteuerentlastung.

Die Medizintechnik-Einfuhren legten 2017 auf knapp eine Milliarde Euro zu. Der Anteil deutscher Erzeugnisse belief sich auf 11,6 Prozent. Besonders gefragt waren Röntgenapparate, ophthalmologische Instrumente und medizinische Möbel aus Deutschland. Ob Medizintechnik in Thailand verkauft werden darf, entscheidet die Food and Drug Administration (FDA). Die FDA-Abteilung Medical Device Control Division überwacht die Markteinführung und Inbetriebnahme. Wer Technik liefern will, muss eine Lizenz beantragen. Die Anforderungen an die Zulassungspraxis wurden 2008 mit einem „New Medical Device Act“ verschärft. Grund dafür waren die gestiegenen Importe von illegalen oder kopierten Erzeugnissen sowie die Harmonisierung der Registrier- und Zulassungsvorschriften mit den anderen ASEAN-Staaten.

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