Meldung
15.01.2019

Großinvestitionen in belgische Krankenhäuser geplant

Gesundheitseinrichtungen in Belgien haben beim Kauf von Medizintechnik hohe Qualitätsansprüche. Die Einfuhren aus Deutschland gingen 2017 zwar leicht zurück, eine landesweite Forschungsinitiative bietet jedoch Chancen für Kooperationen.

Flagge Belgien; Quelle: fotolia.com/railwayfx
© Quelle: fotolia/railwayfx

Das Gesamtvolumen des belgischen Medizintechnikmarkts belief sich nach Angaben des Analyseinstituts BMI im Jahr 2017 auf 2,2 Milliarden Euro. Bis zum Jahr 2019 soll dieser Wert um elf Prozent auf 2,5 Milliarden Euro steigen. Wachstumschancen bieten Krankenhausbauprojekte sowie Erweiterungen und Modernisierungen bestehender Einrichtungen. Das größte Projekt ist der Bau des Klinikkomplexes Saint Luc in Brüssel bis 2025. Die Kosten belaufen sich auf rund 400 Millionen Euro. In Belgien legen Patienten und Gesundheitsdienstleister großen Wert auf hochwertige medizintechnische Ausrüstung. Das gilt gleichermaßen für private und öffentliche Anbieter.

Da sich Belgien in die autonomen Regionen Flandern, Wallonien und Brüssel gliedert, sind lokale Medizintechnikunternehmen traditionell in regionalen Verbänden organisiert. Im Jahr 2018 haben sich die Verbände landesweit zur Gründung der Forschungsinitiative „HealthTech.Belgium“ zusammengetan. Sie soll dazu beitragen, digitale Innovationen im belgischen Gesundheitswesen zu implementieren. In dem Zusammenhang werden Kooperationen mit ausländischen Unternehmen angestrebt.

Im Jahr 2017 wurde Medizintechnik im Wert von 8,2 Milliarden Euro nach Belgien eingeführt. Damit blieben die Importe im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Zu den gefragtesten Warengruppen gehörten Orthopädietechnik, Spritzen und zahnmedizinische Geräte. Wichtigste Importeure sind Japan (39 Prozent) und die USA (27 Prozent). Der Anteil deutscher Importe ging leicht zurück, von 7,6 Prozent auf 7,4 Prozent. Insbesondere waren hier Orthopädietechnik und zahnmedizinische Instrumente nachgefragt.

Für die Marktzulassung ist die Föderale Agentur für Arzneien und Gesundheitsprodukte zuständig. Ausschreibungen sind je nach Region auf Französisch, Niederländisch oder Deutsch. Eine Übersicht über das belgische Gesundheitswesen bietet das deutschsprachige Portal des Föderalen Öffentlichen Dienstes für Volksgesundheit, Sicherheit der Nahrungsmittelkette und Umwelt. Es gelten die EU-Regeln des Umsatzsteuerkontrollverfahrens sowie die EU-Richtlinien für die Normierung.

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