Meldung
08.01.2019

US-Pharmafirmen weiten OTC-Produktion aus

Die Nachfrage der amerikanischen Bevölkerung nach Pharmaprodukten steigt. Das gilt vor allem für OTC-Präparate. Gleichzeitig investieren Produzenten in die Forschung für rezeptpflichtige Medikamente.

US-amerikanische Flagge
© istockphoto.com/ Jason Lugo

Das Volumen des US-Pharmamarktes ist von umgerechnet rund 267 Milliarden Euro im Jahr 2016 auf etwa 286 Milliarden Euro im Jahr 2017 gestiegen – ein Zuwachs von mehr als sieben Prozent. Gleichzeitig zog der wertmäßige Produktionsausstoß der inländischen Produzenten um 8,8 Prozent auf rund 237 Milliarden Euro an. Das teilte das U.S. Census Bureau mit. Das starke Wachstum lässt sich vor allem auf die überproportionale Zunahme verkaufter OTC-Medikamenten zurückführen. Die Zahl der angebotenen Präparate hat sich deutlich erhöht, da 106 Wirkstoffe, Dosierungsstärken und Indikationen von Rx (verschreibungspflichtig) auf rezeptfrei umgestellt wurden. Besonders nachgefragt sind Produkte zur Gewichtsreduktion, gegen Erkältungskrankheiten sowie Schmerz- und Schlafmittel.

Eine Folge dieser Entwicklung: Viele Pharmafirmen kaufen OTC-Sparten, um ihr Angebot zu vergrößern. Gleichzeitig verkaufen andere ihre OTC-Sparten, um ihr Produktportfolio auf wenige hochprofitable Rx-Medikamente zu reduzieren, um die Forschungskosten decken zu können. Da die Bevölkerung älter wird und zunehmend an Übergewicht leidet, können Präparate gegen Diabetes und für den Einsatz in der Kardiologie und Onkologie besonders gewinnbringend verkauft werden.

Ein weiterer Trend ist die stärkere Verzahnung von Pharmazie und Biotechnologie. Deutschland hinkt vor allem in letzterem Bereich deutlich hinterher. Bereits vor der Jahrtausendwende erreichten die USA einen Entwicklungsvorsprung, der sich seither vergrößert. Grund dafür sind die höheren Forschungsausgaben der US-Firmen.

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