Meldung
06.12.2018

Gute Aussichten für Japans Medizintechnikmarkt

Der demografische Wandel treibt den Medizintechnikbedarf in die Höhe. Das bietet Chancen für die Weiterentwicklung von Telemedizin, Künstlicher Intelligenz (KI) und Robotik. Internationale Unternehmen schauen auf Japan als Absatzmarkt, Konkurrent und Partner in Forschung und Entwicklung.

Flagge Japan; Quelle: istock/Alexander Gatsenko
© Quelle: istock/Alexander Gatsenko

Die Prognosen für den japanischen Medizintechnikmarkt sind dank wachsender Nachfrage und entsprechend steigender Importe positiv. Das Marktvolumen für das Jahr 2018 wird von der Mizuho Bank auf etwa 23,1 Milliarden Euro geschätzt. Altersgerechte Produkte werden in Japan künftig besonders gefragt sein. Bis zum Jahr 2040 soll der Anteil der über 65-Jährigen auf bis zu 33 Prozent steigen. Dadurch werden sich die Ausgaben für das Gesundheits- und Pflegesystem um etwa 75 Prozent erhöhen. Die Hauptabnehmer für medizintechnische Produkte sind Krankenhäuser und Kliniken. Sie befinden sich größtenteils in privater Hand. In Japan herrscht eine allgemeine Krankenversicherungspflicht. Eine staatlich kontrollierte Gebührenstruktur deckt dabei die meisten medizinischen Leistungen, Erzeugnisse und Pharmazeutika ab.

Angesichts des demografischen Wandels stellen Roboter für die Pflege und Unterstützung eine Marktlücke dar. Sie sollen in den Bereichen Analyse, Diagnose und Operation eingesetzt werden, um fehlendes Personal zu ersetzen. Das Marktforschungsinstitut Fuji Keizai prognostiziert, dass der Markt für KI-basierte Medizintechnik bis zum Jahr 2025 um das Vierfache wachsen wird. Die Technik soll in zehn Modellkrankenhäusern bis zum Jahr 2022 eingesetzt werden.

Die lokale Produktion der rund 630 japanischen Medizintechnikunternehmen belief sich im Jahr 2017 auf etwa 14,4 Milliarden Euro und ist damit im Vergleich zum Vorjahr nahezu gleichgeblieben. Das geht aus einer Schätzung der Mizuho Bank hervor. Die Importe sind um 12,5 Prozent auf knapp 10,7 Milliarden Euro gestiegen – ein Rekord. Die USA sind Japans wichtigster Medizintechniklieferfant mit einem Einfuhrwert von 3,6 Milliarden Euro. Das entspricht einem Lieferanteil von 34 Prozent. Deutsche Importe haben einen Anteil von rund 7 Prozent. Röntgenapparate, Orthopädietechnik und Prothesen sind dabei besonders gefragt.

Kleine und mittelständische Unternehmen aus dem Ausland, die keine eigene Vertretung im Land haben, müssen in der Regel mit einem akkreditierten Importeur zusammenarbeiten, um Produkte in den japanischen Markt einzuführen. Dieser ist dazu verpflichtet, das jeweilige Einfuhrprodukt in eine Gefahrenklasse einzustufen, zu zertifizieren und von der Pharmaceuticals and Medical Devices Agency überprüfen zu lassen. Bei der Produkteinführung sind auch gute persönliche Beziehungen zu den Entscheidungsträgern von Bedeutung. Das sind meistens die Ärzte. Die gesetzliche Zulassung für Produkte regelt das Pharmaceutical Affairs Law des Ministry of Health, Labour and Welfare.

Weitere Vorschriften sind dem Handbuch der Japan External Trade Organization zu entnehmen. Detaillierte Branchenberichte finden Sie bei Germany Trade and Invest in der Kategorie Branche Kompakt.

Weiterführende Informationen

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