Meldung
13.09.2018

Norwegens Medizintechnikmarkt soll bis 2020 wachsen

Patienten müssen in Norwegen relativ lange auf medizinische Behandlungen warten. Die Versorgungsengpässe sollen durch Krankenhausbauten und -modernisierungen aufgefangen werden – eine gute Chance für deutsche MedTech-Hersteller.

Flagge Norwegen; Quelle: fotolia/fotonen
© Quelle: fotolia/fotonen

In Norwegen lagen die Gesundheitsausgaben 2017 bei etwa 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Dennoch gibt es immer wieder Versorgungsengpässe und die Wartezeiten für Behandlungen sind relativ lang. Wie andere nordeuropäische Länder setzt auch Norwegen stark auf E-Health Lösungen. Der Entwicklungsstand hier ist hoch. Ziel ist es, eine Online-Plattform zu schaffen, über die Patienten auf ihre Krankenakten und Leistungserbringer im Gegenzug auf Gesundheitsdaten zugreifen können.

Um die allgemeine Versorgung zu verbessern, werden die Unikliniken in Oslo und Stavanger erweitert und modernisiert und ein neues Krankenhaus in Drammen gebaut. Branchenexperten zufolge benötigen die Häuser unter anderem klinische Informations- und personalisierte Gesundheitssysteme, OP-Ausrüstungen und -Instrumente, Diagnoseapparate, orthopädische Ausrüstungen, Laborgeräte oder digitale Röntgen- und Monitoringsysteme. Was die Nachfrage weiter vorantreibt: Die Bevölkerung wird älter und ist verstärkt auf Heilbehandlungen, Reha- sowie Pflege- und Betreuungsangebote angewiesen. Die Kosten für die Gesundheitsversorgung werden in Norwegen im Rahmen der Sozialversicherung überwiegend staatlich finanziert.

Im Norway Health Tech-Cluster haben sich Unternehmen, Organisationen, Kliniken, Gesundheitsbehörden und Unis vereint, um die Zusammenarbeit zwischen Forschung und Entwicklung, Industrie und medizinischem Personal zu fördern. Es bietet gute Anknüpfungspunkte für F&E-Kooperationen. Aufgrund der hohen Importquote (75-80 Prozent) ist Norwegen ein profitabler Markt für internationale MedTech-Hersteller. Deutschland zählt zu den wichtigsten Lieferanten. Beispielsweise wurden 2017 Elektrodiagnoseapparate und -geräte sowie Röntgenapparate im Wert von etwa 30 Millionen Euro eingeführt.

Für medizintechnische Beschaffungen sind der Staat und die Gesundheitsbezirke zuständig. Einkäufe werden immer stärker gebündelt. Bei den Zulassungen erkennt Norwegen die EU-Regeln an.

Weiterführende Informationen

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  • Branche kompakt: Norwegens starke Importabhängigkeit bei Medizintechnik bietet deutschen Firmen gute Chancen

    Bonn (GTAI) - Norwegen will mehrere Krankenhäuser neu bauen beziehungsweise modernisieren. Viele Projekte befinden sich erst in der Planungsphase, so dass es zahlreiche Einstiegschancen für Unternehmen gibt. Für die neuen Abteilungen werden moderne medizintechnische Ausrüstungen benötigt. Hierdurch ergeben sich gute Zulieferchancen für deutsche Unternehmen. Schließlich zählt Deutschland im Bereich Medizintechnik bereits zu den wichtigsten Lieferländern des Königreichs.