Meldung
28.08.2018

Neue GTAI-Publikation zur Wirtschaftslage Kolumbiens

Kolumbiens Wirtschaft erholt sich zunehmend. Dadurch verbessern sich auch die Absatzchancen für deutsche Unternehmen, die hier aktiv sind, wieder deutlich. In einer neuen Publikation der Reihe „Im Fokus“ analysieren GTAI-Experten die aktuelle Wirtschaftslage in dem südamerikanischen Land. Auch der Gesundheitssektor ist ein Schwerpunkt.

Flagge von Kolumbien mit Arzt
© Fotolia.com/niyazz

Mit „Kolumbien im Wandel“ ergänzt Germany Trade & Invest die Publikationsreihe „Im Fokus“ um eine detaillierte Analyse der wirtschaftlichen Lage Kolumbiens. Dabei werden sowohl die wichtigsten allgemeinen Kennzahlen und Trends dargestellt als auch der Entwicklungsstand verschiedener Branchen, darunter die Baubranche, der Agrarsektor, der Mobilitätssektor sowie die Energie- und die Gesundheitswirtschaft. Im dritten Teil der Publikation kann man sich über die Ausschreibungspraxis informieren.

Der allgemeine Überblick zeigt: Mit fast 50 Millionen Einwohnern ist der kolumbianische Binnenmarkt relativ groß. Die Bevölkerung wächst und parallel dazu auch die Mittelschicht. Aufgrund der niedrigen Zinsen und der gesunkenen Inflation soll sich das Konsumklima mittelfristig verbessern. Die Importe lagen mit einem Wert von umgerechnet rund 40 Milliarden Euro im Jahr 2017 über dem Wert der Exporte (rund 33 Milliarden Euro). Aufgrund der verbesserten wirtschaftlichen Situation und dem stabilen Peso wird für 2018 ein Plus von 8,6 Prozent bei den Güterexporten und 7,5 Prozent bei den -importen erwartet. Geplante Infrastrukturprojekte sollen die Wettbewerbsmöglichkeiten für Importeure langfristig weiter steigern, wie eine SWOT-Analyse zeigt. Die Rahmenbedingungen für Unternehmen sollen sich ebenfalls verbessern. Zusätzlich zu den Stärken und Schwächen der nationalen Wirtschaft und den daraus resultierenden Chancen, die sich ausländischen Unternehmen bieten, zeigt die Analyse aber auch mögliche Risiken für Importeure auf.

Wie der branchenspezifische Beitrag zum Gesundheitssektor verdeutlicht, haben die wirtschaftliche sowie demografische Entwicklung einen positiven Effekt auf den Medizintechnikabsatz. Nach Stagnation und Finanzierungsengpässen soll der Markt bis 2021 ein Volumen von 1,5 Milliarden Euro erreichen, 61 Prozent mehr als 2016. Davon profitieren vor allem internationale Hersteller, denn rund 85 Prozent des Bedarfs wird importiert. Nach den USA ist Deutschland wichtigster Lieferant. Diagnose- und Röntgengeräte, Orthopädietechnik und Prothesen sind dabei die am stärksten nachgefragten Produktgruppen. Was Hersteller zuversichtlich stimmen kann: Im August 2018 soll der Bau von fünf Krankenhäusern ausgeschrieben werden, die als Public-Private-Partnerships entstehen. Die Investitionssumme beträgt 456 Millionen Euro.

Das Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum soll sich auch positiv auf die Nachfrage nach Pharmazeutika auswirken. Das Marktforschungsinstitut BMI erwartet ein Umsatzwachstum von 35 Prozent bis 2021. Der Wert der Importe lag 2017 bei 1,9 Milliarden Euro, wovon 16,3 Prozent auf Deutschland entfielen. Insbesondere Generika werden immer beliebter. Ein Problem ist jedoch die staatliche Regulierung: Anfang 2018 wurden die Preise für 225 Medikamente reguliert, was Preissenkungen von durchschnittlich 32 Prozent zur Folge hatte.

Der Beitrag „Öffentliche Ausschreibungen zentralisiert“ informiert abschließend über die Ausschreibungspraxis in Kolumbien. Eine Pro- und Contra-Liste stellt die Vor- und Nachteile für deutsche Hersteller gegenüber.

Die dynamische Entwicklung des Marktes spiegelt sich in der positiven Bilanz des ersten deutschen Gemeinschaftsstands auf der wichtigsten Medizintechnikmesse, der Meditech 2018, wider, die im Juli in Bogota stattfand. Die neun deutschen Aussteller, die sich beteiligten, zeigten sich mit dem Besucherinteresse sehr zufrieden.

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