Meldung
15.06.2018

Ghana setzt auf PPPs

Die ghanaische Regierung investiert in die Verbesserung der Gesundheitsversorgung und plant neue Regionalkrankenhäuser. Dabei zeigt sie sich offener gegenüber privaten Investoren.

Flagge Ghana; Quelle: fotolia/ptyszku
© Fotolia/ptyszku

In der Subsahara-Region ist Ghana der größte Markt für Medizintechnik. 2016 hatten die Importe einen Wert von 76 Millionen Euro. Gründe für die Nachfrage sind etwa das Bevölkerungswachstum und die Verbreitung von Zivilisationskrankheiten. Was hinzu kommt: Der medizintechnische Standard liegt unter westlichem Niveau und soll daher verbessert werden. Zudem plant das zuständige Ministry of Health, zusätzlich zu mehreren kürzlich fertiggestellten Kliniken zwei weitere Regionalkrankenhäuser zu errichten, die mit neuer Technik ausgerüstet werden sollen.

Für die Regierung wird es eine wichtige Aufgabe sein, gutes Klinikpersonal und Fachkräfte für das Management neuer Häuser zu finden. Auch Finanzierungsmöglichkeiten gewinnen an Bedeutung. Aktuell steigt das Interesse an Public-Private-Partnerships. Ein weiterer geschäftlicher Ansatzpunkt für deutsche Firmen: Ghana soll sich zur Drehscheibe des regionalen Medizintourismus entwickeln. Doch auch der Privatsektor, der sich auf Nischen spezialisiert, bietet Absatzpotenziale.

Im weltweiten Vergleich spielt Ghana als Markt zwar nur eine kleine Rolle. Dennoch ist das Land nach Südafrika, Kenia und Nigeria der viertgrößte Abnehmer von Medizintechnik in Afrika. Davon profitieren auch Produzenten aus Deutschland. 2016 führten sie Produkte im Wert von 6 Millionen Euro ein; vor allem Röntgen-, Anästhesie- und Beatmungsgeräte.

Deutsche Hersteller sind in Ghana nicht mit eigenen Filialen vertreten, sondern bedienen die Märkte meist von Johannesburg, Dubai oder Europa aus. Vor Ort arbeiten sie dann mit verlässlichen Partnern zusammen. Die Suche nach diesen ist zeitaufwändig aber unerlässlich. Eine Liste von Distributoren hat Germany Trade & Invest (GTAI) zusammengestellt. Zudem muss Kontakt zu den Ministerien gehalten werden, auch für den Fall, dass es bei Genehmigungen zu Verzögerungen kommt. Bei der Importabwicklung im Hafen bestehen Compliance-Risiken, weshalb man die Formalitäten vom Käufer abwickeln lassen sollte.

Importeure müssen ihre Erzeugnisse bei der Lebens- und Arzneimittelbehörde registrieren. Informationen zur Rechtslage sowie zu Einfuhr und Zoll stellt GTAI zur Verfügung.

Weiterführende Informationen

Weiterführende Informationen

  • Branche kompakt: Krankenhausprojekte in Ghana sorgen für Nachfrage nach Medizintechnik

    Accra (GTAI) - Ghana sucht nach privaten Investoren im Gesundheitsbereich. Das Land hat zuletzt seine Krankenhauskapazitäten deutlich aufgestockt. Allerdings mangelt es am Management und an medizinischem Personal. Der Regierung fehlt das Geld für große Investitionen. Daher sucht sie die Partnerschaft mit Privatunternehmen. Für deutsche Lieferanten von Medizintechnik ist Ghana zwar ein kleiner Markt. Dennoch gibt es immer wieder Geschäftschancen sowohl bei staatlichen als auch bei privaten Aufträgen.