Meldung
05.06.2018

Spaniens Gesundheitsbranche erholt sich weiter

In den kommenden Jahren will die spanische Regierung in neue Medizintechnik investieren. Dabei ist das Land auf Einfuhren angewiesen – die häufig aus Deutschland kommen.

Flagge Spanien; Quelle: fotolia.com/BMDstudio
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Nach der Wirtschaftskrise ist Spaniens Gesundheitssektor seit 2014 weiter auf Erholungskurs: 2015 wurden rund 100 Milliarden Euro ausgegeben. Knapp ein Drittel davon waren private Ausgaben, der Rest öffentliche Investitionen. Nach Regierungsplänen sollen diese bis 2020 weiter steigen, auf über 73 Milliarden Euro. Das ist auch notwendig, denn die Bevölkerung wird älter und muss entsprechend versorgt werden. Abgesehen vom allgemeinen Wachstum spült auch der Gesundheitstourismus Geld in die Kassen. Seitens der ausländischen Patienten besteht eine hohe Nachfrage nach Leistungen in den Bereichen Fruchtbarkeitsmedizin, Ophthalmologie sowie orthopädische und plastische Chirurgie.

Von der derzeitigen Situation profitiert die Medizintechnikbranche. Zudem stehen 2019 Kommunalwahlen an, die in der Regel die Investitionen im Gesundheitssektor und somit auch in Medizintechnik beschleunigen, die zum Teil deutlich veraltet ist. Das kommt auch deutschen Herstellern zugute, denn Spanien ist stark von Medizintechnikimporten abhängig. Bei Instrumenten, Apparaten und Geräten belegten deutsche Produkte 2017 Spitzenpositionen. Rollstühle, Medizinmöbel sowie Therapie- und Atmungsgeräte kommen ebenfalls bevorzugt aus Deutschland. Auch die Nachfrage nach Elektrodiagnose- und Röntgenapparaten „made in Germany“ ist hoch.

Inwiefern sich ein neues Gesetz über öffentliche Aufträge, das im März 2018 in Kraft getreten ist, auf die öffentliche Beschaffungspolitik auswirkt, die sehr auf den Preis konzentriert ist, ist zurzeit noch unklar.

Weiterführende Informationen

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  • Branche kompakt: Spaniens Medizintechnikmarkt im Erholungsmodus

    Madrid (GTAI) - Spanier haben mit die längste Lebenserwartung in Europa. Dazu trägt das hohe Niveau des Gesundheitssystems bei. Im Zuge der Wirtschaftserholung seit 2014 nehmen die Gesundheitsausgaben wieder zu und mit ihnen der Markt für Medizintechnik. Dieser hat 2016 rechnerisch auf fast 4,0 Milliarden Euro zugelegt. Deutschland ist in den meisten Segmenten wichtigstes Lieferland, hat aber 2017 Rückschläge hinnehmen müssen. Dies ist auch vor dem Hintergrund eines Rekordlieferwerts 2016 zu sehen.