Meldung
26.04.2018

Russland offener für deutsche Medizintechnik

Vor den Wahlen hat Präsident Putin die Investitionen in den Gesundheitssektor erhöht. Das eröffnet neue Chancen für deutsche Medizintechnikexporteure – trotz verschärfter Importsubstitutionen.

Flagge Russland; Quelle: istock/Ramberg
© Quelle: istock/Ramberg

Russland will 2018 etwa 43 Milliarden Euro in Kliniken und medizinische Ausrüstung investieren. Denn die Bevölkerung wird immer älter und benötigt entsprechende Versorgung. Auch die Forschung und Entwicklung wird vorangetrieben und zum Teil staatlich gefördert. Eine Übersicht über alle Investitions- und Bauprojekte stellt Germany Trade & Invest (GTAI) auf seiner Website bereit. Von der aktuellen Situation profitiert auch der private Sektor, denn die schwierige Lage in staatlichen Einrichtungen treibt privaten Anbietern Patienten zu. Die Investitionen bei Privatkliniken werden nach Schätzungen der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG bis 2020 um 20 Prozent steigen.

Für ausländische Hersteller sind die Geschäftschancen relativ gut. In den ersten drei Quartalen 2017 wurde 26 Prozent mehr deutsche Medizintechnik eingekauft als im schwachen Vorjahr. Zwar will Russland den Marktanteil einheimischer Hersteller bis 2020 auf 40 Prozent steigern und Anbieter aus Staaten der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU) bevorzugen. Insbesondere bei High-End-Medizintechnik wird das Land den Bedarf aber nicht decken können, sodass deutsche Spitzenmedizintechnik weiterhin stark gefragt sein wird.

Potenzial bietet auch der Telemedizinsektor. Anfang 2018 trat in Russland ein Gesetz in Kraft, das Patienten die Option einräumt, sich virtuell eine zweite Arztmeinung einzuholen – auch bei deutschen Ärzten. Für Russlands dünn besiedelten Osten sucht die zuständige Agentur die technische Ausrüstung und die fachliche Expertise zum Aufbau einer Telemedizin-Plattform.

Weiterführende Informationen

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  • Branche kompakt: Russischer Markt für Medizintechnik von der Krise geheilt

    Moskau (GTAI) - Nach zwei schwächeren Jahren zieht die Nachfrage nach Medizintechnik in Russland wieder an. Die Branche profitiert von steigenden Investitionen im Gesundheitssektor. Etwa 43 Milliarden Euro sollen 2018 in neue Kliniken und andere medizinische Ausrüstung fließen. Die russische Regierung will die Importsubstitution bei Medizintechnik verschärfen, was den Marktzugang für deutsche Unternehmen erschwert. Dafür bieten der private Gesundheitsmarkt und die Telemedizin neue Geschäftschancen.