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11.04.2018

Auswirkungen des Brexit auf Pharmabranche ungewiss | Webinar „Brexit-Update

Auch deutsche Pharmafirmen müssen sich mit dem EU-Austritt Großbritanniens auf Änderungen einstellen. Beispielsweise könnten doppelte Zulassungsverfahren notwendig werden.

Flaggen EU und Vereinigtes Königreich zum Thema Brexit; Quelle: fotolia/Fredex
© fotolia/Fredex

Die Pharmabranche zählt zu den wichtigsten Industriezweigen im Vereinigten Königreich. Doch seit dem Beschluss die EU zu verlassen, sind Verbände und Unternehmen über die damit verbundenen Auswirkungen verunsichert. Da weiter unklar ist, welche Folgen der Brexit haben wird, müssen sie sich auf mögliche Szenarien vorbereiten. Beispielsweise ist offen, wie sich die Zusammenarbeit mit der European Medicines Agency (EMA) gestalten wird oder ob es zu Handelsbeschränkungen kommt.

Auch für deutsche Hersteller kann der Brexit zur Herausforderung werden. Wird keine Regelung zur Anerkennung von Medikamenten-Zulassungen und Testverfahren mit der EU gefunden, müssen die Prozesse doppelt stattfinden. Die Folge: steigende Kosten. Für den Fall, dass es keine Einigung gibt, müssen internationale Produzenten zudem Labore im Land eröffnen und umgekehrt. Um vorzusorgen, investieren britische Pharmariesen schon jetzt in Anlagen auf dem EU-Festland.

Um den Ruf als Pharmaforschungs-Standort nicht noch weiter zu schädigen, stellt die britische Regierung im Rahmen des „Life Sciences Sector Deals“ rund 166 Millionen Euro für F&E-Vorhaben und die Produktionsförderung bereit. Außerdem werden Anreize für Kooperationen zwischen Wirtschaft und Unis geboten. Fraglich bleibt allerdings, ob die Unternehmen ausreichend qualifiziertes Personal finden. Denn wie Mike Thompson, Chef des Verbandes der britischen Pharmaindustrie, erklärte, haben nur wenig Fachkräfte und Forscher aus dem EU-Ausland Interesse, vor dem Brexit auf die Insel zu ziehen. Eine Lösung ist nicht in Sicht.

Experten von Germany Trade & Invest erläutern in dem Webinar „Brexit-Update“ am 23. April (14 bis 15 Uhr) die neuesten und für die Wirtschaft relevantesten Entwicklungen in den Austrittsverhandlungen. Schwerpunkt sind Recht- und Zollfragen. Unter folgendem Link können Sie sich für das kostenfreie Webinar anmelden. Bitte beachten Sie, dass die Teilnehmerzahl begrenzt ist: https://register.gotowebinar.com/register/8944683611658260737

Weiterführende Informationen

Weiterführende Informationen

  • Brexit bereitet britischer Pharmabranche Schmerzen

    London (GTAI) - Die britische Pharmabranche kalkuliert aktuell Risiken und Nebenwirkungen des EU-Austritts. Da nicht klar ist, wie weich oder hart der Brexit ausfallen wird, investieren einige Firmen vorsorglich viele Millionen Euro auf dem Kontinent. Die Regierung kämpft um den guten Ruf der Insel als Forschungsstandort und verordnete der Branche quasi als Beruhigungspille ein beeindruckendes Förderpaket. Mehrere Unternehmen kündigten daraufhin neue Investitionen in Forschung und Entwicklung an.