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02.03.2018

Polen erhöht Investitionen in Gesundheitsschutz

Die staatlichen Ausgaben für Medizintechnik in Polen steigen. Deutschland zählt zu den größten Lieferanten. Eine wichtige Geldquelle sind EU-Fördermittel.

Flagge Polen; Quelle: fotolia/Tata2anka
© Quelle: fotolia/Tata2anka

Nach Einschätzung der polnischen Wirtschaftskammer für medizinische Erzeugnisse liegt der Jahresumsatz, der in Polen mit Medizintechnik erwirtschaftet wird, bei etwa 2,4 Milliarden Euro – die Tendenz ist steigend. 2021 sollen die Ausgaben etwa ein Zehntel über dem heutigen Niveau liegen. Die inländische Produktion deckt nur 15 Prozent des Bedarfs, weshalb Polen auf Importe angewiesen ist. Zwischen Januar und Juli 2017 stiegen die Einfuhren um rund 7 Prozent gegenüber den ersten sieben Monaten 2016. Deutschland führte die Liste der Lieferländer mit einem Anteil von über 30 Prozent an.

Bis 2020 sind EU-Gelder eine wichtige Finanzierungsquelle bei der Beschaffung von Medizintechnik. In der aktuellen Förderperiode stehen dem polnischen Gesundheitswesen drei Milliarden Euro zur Verfügung. Bis 2025 will die Regierung zudem die Ausgaben für den Gesundheitsschutz erhöhen – von derzeit 4,8 auf 6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Ausländische Medizintechnikhersteller, die in Polen erfolgreich sein wollen, sollten einheimische Spezialisten schulen. Es ist zudem vorteilhaft, sich mit lokalen Produzenten oder Lieferanten zu koordinieren und einen effektiven Technik-Support anzubieten. Auf der Webseite des Gesundheitsministeriums werden Hinweise zum Gesundheitsprogramm veröffentlicht sowie zu Ausschreibungen oder Einrichtungen die Zuschüsse für Technikbeschaffungen erhalten. Ein weiterer Hinweis: Importeure müssen die EU-Umsatzsteuerkontrollverfahren und die EU-Normierungsrichtlinien beachten. Informationen zur Rechtslage sowie zu Zöllen stellt Germany Trade & Invest zur Verfügung.

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