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27.02.2018

Nachfrage nach Medizintechnik in Kolumbien steigt wieder

Ein Handelsabkommen zwischen Kolumbien und der Europäischen Union verschafft Importeuren von Medizintechnik aus EU-Staaten deutliche Vorteile. Nach einem starken Rückgang soll die Einfuhrrate in den kommenden Jahren wieder spürbar zunehmen.

Flagge von Kolumbien mit Arzt
© Fotolia.com/niyazz

In Kolumbien ist die lokale Produktionsrate von Medizintechnik gering, weshalb das Land auf Einfuhren angewiesen ist. Eine positive Bilanz konnten internationale Hersteller zuletzt jedoch nicht ziehen. Nach Angaben des kolumbianischen Fachverbands für medizinische Geräte und Materialien wurde 2016 rund 18,2 Prozent weniger Medizintechnik importiert als 2014. Grund dafür sind der schwache Peso sowie die Finanzierungsengpässe des Gesundheitssystems. Dennoch ist zu erwarten, dass sich die Situation bis 2020 verbessert. Das hängt zum einen mit dem Bevölkerungswachstum zusammen. Zum anderen wird Kolumbien immer interessanter für Medizintouristen, denn die Versorgungqualität ist für südamerikanische Verhältnisse hoch. Der prognostizierte Aufwärtstrend war bereits 2017 zu spüren: Im ersten Quartal nahmen die Einfuhren um drei Prozent zu. Nach den USA war Deutschland das wichtigste Lieferland.

Aufgrund eines Handelsabkommens haben Hersteller aus der EU einen Vorteil gegenüber anderen Importeuren. Denn das Abkommen reduziert bzw. eliminiert die Zölle und stärkt den Schutz von Marken, Urheberrechten und Patenten. Wer Medizintechnik nach Kolumbien einführen will, muss die Produkte beim staatlichen Institut Invima registrieren. Der Prozess gilt als unproblematisch, kann aber Monate dauern. Eine Liste öffentlicher Ausschreibungen ist auf der Seite Sistema Electrónico de Contratación Pública zu finden. Ausführliche Informationen zu rechtlichen Rahmenbedingungen oder Zoll-Regelungen werden von Germany Trade & Invest zur Verfügung gestellt.

Die Messe Meditech in Bogota ist das wichtigste Branchenevent in Kolumbien. 2018 haben deutsche Unternehmen erstmals die Möglichkeit, unter dem Dach „medtech made in Germany“ am Bundesgemeinschaftsstand auszustellen. Die Exportinitiative Gesundheitswirtschaft wird ebenfalls vor Ort sein und die deutsche Medizintechnikbranche vermarkten.

Weiterführende Informationen

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  • Branche kompakt: Nachfrage nach Medizintechnik in Kolumbien soll bis 2020 deutlich zulegen

    Bogotá (GTAI) - Kolumbiens Nachfrage nach Medizintechnik ist wegen der schwächeren Wirtschaftslage gebremst, dürfte aber Prognosen zufolge bis 2020 deutlich anziehen. Vor allem in öffentlichen Krankenhäusern besteht noch großer Modernisierungsbedarf. Wegen geringer lokaler Produktion ist das Land auf ausländische Produkte angewiesen, wobei deutsche Lieferanten mit einem Marktanteil von rund 14 Prozent gut aufgestellt sind. Allerdings leiden die Importe weiterhin unter dem Wertverlust des Peso.