Meldung
13.05.2015

Turkmenischer Medizintechnikmarkt profitiert von staatlichen Programmen

Der Medizintechnikmarkt in Turkmenistan profitiert von staatlichen Programmen, die den Bau und die Erneuerung von medizinischen Einrichtungen anstreben. Deutsche Hersteller von Medizin- und Laborausrüstung sind auf dem turkmenischen Markt überdurchschnittlich gut positioniert. Eine lokale Produktion findet in der Republik nicht statt.

Turkmenische Flagge
© fotoloia/BEMPhoto

Auch wenn sich der turkmenische Medizintechnikmarkt in den vergangenen Jahren deutlich belebt hat, ist besonders im ländlichen Raum der Nachholbedarf bei der Schaffung moderner medizinischer Einrichtungen noch groß. Zu den zentralen Herausforderungen der staatlichen Gesundheitspolitik zählen die Wiederbelebung des regionalen Gesundheitswesens, die Erneuerung des Kapitalstocks und eine Verbesserung des Fachkräfteangebots.

Die Regierung treibt mit mehreren Programmen die Entwicklung der medizinischen Versorgung voran. Bis 2020, so das ehrgeizige Ziel, sollen alle etwa 60 ländlichen Krankenhäuser und 1.700 lokalen Gesundheitszentren mit moderner Medizintechnik und Laborausrüstung ausgestattet sein. Darüber hinaus ist für den Zeitraum 2016 bis 2025 ein neues strategisches Regierungsprogramm in Vorbereitung, das Projekte im Wert von voraussichtlich etwa sieben Milliarden US-Dollar (ca. 6,5 Milliarden Euro) vorsieht. Ein Großteil davon soll in den Neubau, die Modernisierung sowie die technische Ausstattung von Klinikprojekten fließen.

Die Pläne des Gesundheitsministeriums umfassen für 2015, neben dem Bau und der Inbetriebnahme von elf kleinen Krankenhäusern und 32 medizinischen Einrichtungen in den ländlichen Regionen, auch größere Vorhaben, die bis 2016/17 umgesetzt werden sollen. Dazu zählen etwa die Errichtung klinischer Zentren für Neurologie, Morphologie und Prophylaxe von besonders gefährlichen Infektionskrankheiten, der Bau von Multifunktionskrankenhäusern in Turkmenbaschi und Turkmenabat sowie die Modernisierung der zentralen Herzklinik in Aschgabat.

In Turkmenistan wird bis auf einige wenige medizinische Verbrauchsartikel wie medizinische Watte, Verbandsmaterialien oder Desinfektionstücher keine eigene Medizin- oder Labortechnik produziert. Die jährlichen Importe medizintechnischer Geräte sind daher hoch und belaufen sich gegenwärtig auf schätzungsweise 100 Millionen US-Dollar (ca. 93 Millionen Euro). Deutsche Lieferanten zählen traditionell zu den wichtigsten Anbietern. Damit sie ihre gute Position auf dem turkmenischen Markt weiter ausbauen können, veranstaltet das Gesundheitsministerium in Kooperation mit der Industrie- und Handelskammer Turkmenistans jährlich die internationale Messe/Konferenz „Saglyk“. Sie bietet Newcomern und den auf dem Markt schon aktiven Firmen eine Plattform für den Markteinstieg und die Sondierung von Geschäftschancen. Die nächste Messe dieser Art findet vom 20. bis 22. Juli 2015 statt.

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