Meldung
20.10.2014

Philippinischer Pharmamarkt weiter im Expansionsmodus

Pipette mit Flüssigkeit
© colourbox.com

Marktforschungsfirmen sagen für 2014 ein deutliches Wachstum des philippinischen Pharmamarktes auf bis zu 4 Milliarden US-Dollar voraus. Dabei liegt Deutschland wie in den Jahren zuvor bei den Medikamentenlieferanten an der Spitze.

Die wachsende Bevölkerung und steigenden Gesundheitsansprüche machen die Philippinen zu einem attraktiven Markt für ausländische Pharmaunternehmen. Sowohl was den Import-Bedarf als auch die lokale Produktion angeht, soll die Branche 2014 auf etwa 3,2 bis 4,3 Milliarden US-Dollar (ca. 2,5 bis 3,4 Milliarden Euro) expandieren. Schätzungen des US-amerikanischen Marktforschungsunternehmen IMS Health zufolge liegt die durchschnittliche Zuwachsrate bei der Umsatzentwicklung in der philippinischen Pharmabranche bis 2017 bei 3,8 bis 4,0 Prozent. Mit steigendem Lebensstandard und zunehmenden Zivilisationskrankheiten könnte die Zuwachsrate sogar noch deutlicher steigen.

Bei Importen von Patientenmedikamenten und Markengenerika führen ausländische Anbieter deutlich - für westliche Arzneimittel legten sie 2013 um 9,8 Prozent gegenüber 2012 zu und überstiegen erstmals einen Wert von einer Milliarde US-Dollar. Mit mehr als einem Zehntel aller Pharmaimporte liegt Deutschland seit Jahren an der Spitze der Lieferanten. Insgesamt führten die Philippinen 2013 rund 110 Millionen US-Dollar (knapp 87 Millionen Euro) an Branchenerzeugnissen aus Deutschland ein. Internationale Pharmahersteller liefern sowohl Fertigmedikamente für den lokalen Vertrieb, als auch pharmazeutische Wirkstoffe für die Verarbeitung zu Arzneimitteln vor Ort.

Um den steigenden Gesundheitskosten zu begegnen, plant die philippinische Regierung jedoch eine stärkere Kontrolle der Preisentwicklung. Seit 2008 kann die nationale Gesundheitsbehörde einen Abgabehöchstpreis für den Einzelhandel festsetzen. Die Preiskontrolle wurde inzwischen auch auf die Einkaufskosten ausgeweitet. Staatliche Institutionen wie Krankenhäuser orientieren sich bei der Beschaffung von Medikamenten an einem kürzlich veröffentlichten Medikamentenpreisindex (Drug Price Reference Index - DPRI). Eine freie Preisgestaltung ist nur für Medikamente möglich, die nicht auf dieser Liste stehen. Dennoch bleiben die Philippinen als Absatzmarkt für deutsche Pharmaunternehmen attraktiv. Optimistische Aussichten ergeben sich nicht zuletzt durch das spürbare Bevölkerungswachstum: Ende Juli 2014 wurde die Marke von 100 Millionen Einwohnern überschritten.