3 Fragen an ...

Im Interview Marco Spinger

AUMA (Verband der deutschen Messewirtschaft), Geschäftsbereichsleiter Globale Märkte & IT

Portraitbild Marco Spinger
Marco Spinger | AUMA

Herr Spinger, warum sind Messen im digitalen Zeitalter nach wie vor essentiell für erfolgreiche Geschäfte?

Messen sind Dialog über ein real anwesendes Produkt. Das ermöglicht aus Sicht des Ausstellers den Aufbau von Vertrauen, eine hohe Überzeugungswirkung, aber auch ein direktes Feedback von den Kunden im Hinblick auf Design, Funktionsweise und Qualität. Gerade im komplexen Exportgeschäft sind das unschätzbare Vorteile. Das alles können digitale Medien nicht oder nur unzureichend leisten.

Was genau kann man unter dem Auslandsmesseprogramm verstehen?

Dieses Programm ist eine ganz praktische Exportunterstützung. Durch gemeinschaftliche Messebeteiligungen erhalten ausstellende Unternehmen einen kostengünstigen und organisatorisch vereinfachten Zugang zu wichtigen Exportmärkten. Der Aspekt Kostenersparnis gilt insbesondere für die ersten 4 Messebeteiligungen je Messe. Ein hochwertiger Standbau unter der Dachmarke „made in Germany“ wird von den Nutzern des Programms sehr geschätzt. Der AUMA fragt die Wirtschaftsverbände regelmäßig, wo die Unternehmen solche gemeinschaftlichen Exportplattformen besonders sinnvoll finden würden. Das BMWi berücksichtigt die Vorschläge der Wirtschaft. Dadurch ist das Auslandsmesseprogramm sehr an der Nachfrage der Wirtschaft ausgerichtet. Auf seiner Webseite veröffentlicht der AUMA die aktuellen Informationen und Kontaktdaten zum Programm.

Das klingt ja nach einem Rundum Sorglos-Paket. Die Unternehmen nutzen das sicher stark, oder?

Das stimmt, man kann sein Standpersonal und seine Exponate auf einen schlüsselfertigen Stand bringen. Deutsche Durchführungsexperten, die den Messestandbau und die Kontakte zum örtlichen Messeveranstalter abnehmen, sowie eine gute Grundausstattung des Gemeinschaftsstandes machen das möglich. In den letzten Jahren konnte das Programm jährlich zwischen rund 6.000 und 7.000 Beteiligungen deutscher Unternehmen auf diese Weise unterstützen. Durch die Auswirkungen des Corona-Virus auf Messetermine weltweit müssen wir für dieses Jahr mit einem Rückgang der Ausstellerzahlen rechnen. Spätestens, wenn Messen wieder vorbehaltlos möglich sind, werden Unternehmen wieder verstärkt in ihren Märkten präsent sein wollen. Insofern rechnen wir für das nächste Jahr wieder mit einer starken Nutzung des Auslandsmesseprogramms. Denn die Face to Face-Kommunikation bleibt für die meisten Branchen der nachhaltigste Marketingansatz.

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