3 Fragen an ...

Im Interview Christian Tippelt

Markterschließungsprogramm für KMU (MEP), Leiter der Geschäftsstelle

Portraitbild Christian Tippelt
Christian Tippelt | MEP

Herr Tippelt, seit wann gibt es das KMU Markterschließungsprogramm und warum?

Das MEP ist 2012 als branchen- und themenoffenes Programm, das flexibel im Hinblick auf Zielmärkte eingesetzt wird, gestartet. Es leistet einen am Bedarf der Wirtschaft ausgerichteten wichtigen Beitrag, damit deutsche Unternehmen erfolgreich im Außenhandel tätig sein können. So werden im Rahmen des Programms traditionelle Bereiche der industriellen Wertschöpfung wie bspw. die Luft- und Raumfahrtwirtschaft, die maritime Wirtschaft oder die Fahrzeugindustrie bei ihren Auslandsaktivitäten unterstützt. Zugleich finden auch Thementrends wie z.B. Projekte im Bereich Industrie 4.0, Smart City oder der Kreativwirtschaft Platz im MEP. Zentrale Exportinitiativen bündeln Teile ihres außenwirtschaftlichen Engagements ebenfalls unter dem Dach das MEP – so laufen z.B. auch jedes Jahr ca. zehn Projekte der Gesundheitswirtschaft in Zusammenarbeit mit der Geschäftsstelle der Exportinitiative im MEP. Wer daran teilgenommen hat, kennt die Vorzüge des Programms und hat von den Maßnahmen konkret profitiert.

Was hat sich seitdem getan?

Die Qualität und Umsetzungsstärke des Programms haben sich rumgesprochen. Mehr und mehr Themenfelder mit ihren Akteuren nutzen das Programm als Plattform für Projekte zur Internationalisierung. Aus diesem Grund wurde der Umfang der Projektmittel ab 2019 von 5 auf 10 Mio. Euro aufgestockt. Wir haben gemeinsam mit den Partnern die Anzahl der Projekte auf 150 hochgefahren und neue Projektformate entwickelt. Darunter ist auch das sog. Verbundprojekt. Hierbei wird eine feste Gruppe von Unternehmen eines Industriebereichs 2 bis 3 Jahre über die verschiedenen Formate des MEP aber auch über andere Instrumente der Exportförderung nachhaltig beim Eintritt in einen Auslandsmarkt als Verbund unterstützt. Die ersten Piloten – Bahnindustrie Marokko / Tunesien und Luftfahrtindustrie Indien – laufen sehr gut an. Wir sollten das auch für die Gesundheitswirtschaft auf den Weg bringen.

Was loben denn Teilnehmer am meisten? Womit hatten Sie weniger Erfolg?

An den Projekten nehmen jährlich ca. 1.500 Unternehmen teil. 80 Prozent davon sind KMU, die die direkten Wirkungen des Programms auf das Auslandsgeschäft und die konkreten Exportaufträge sehr loben. Ein bedeutender Vorteil des MEP-Angebots liegt im Delegationscharakter der Reisen. Hierdurch werden im Zielmarkt bei wichtigen Akteuren wie z.B. Großunternehmen oder zentralen, staatlichen Einkaufsorganisationen Türen geöffnet, die einzelne KMU nicht oder nur mit sehr großem Aufwand erreichen. Im Moment wirbelt der Corona-Ausbruch auch bei uns einiges durcheinander. Mehr oder weniger alle Projekte müssen neugeplant werden.

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