3 Fragen an ...

Im Interview Britta Ziemann

Wirtschaftsnetzwerk Afrika,
Leiterin der Geschäftsstelle

Portraitbild Britta Ziemann/ Quelle: Kerstin Seipt Photography
Britta Ziemann | Kerstin Seipt Photography

Frau Ziemann, Afrikas Märkte besitzen große Wachstumspotenziale, aber auch genauso große Herausforderungen. Wie hilft das neue Wirtschaftsnetzwerk Afrika deutschen Exporteuren?

In Deutschland gibt es ein breites Angebot an Informationen, Beratung und Förderung für Unternehmen, die in Afrika wirtschaftlich aktiv werden wollen. Das Angebot der verschiedenen Akteure reicht von Informationsdiensten und Veranstaltungen über einschlägige Beratung, Reisen und Messen bis hin zu Krediten, Garantien und Zuschüssen. Das Wirtschaftsnetzwerk Afrika des BMWi bietet kleinen und mittleren Unternehmen eine einheitliche Anlaufstelle.

Es gibt bereits verschiedene Förderprogramme für ein wirtschaftliches Engagement in Afrika. Was ist neu an Ihrer Initiative?

Das Wirtschaftsnetzwerk Afrika ist eine Plattform für die Verzahnung bestehender Programme und Akteure der deutschen Außenwirtschaftsförderung und der Entwicklungszusammenarbeit mit Fokus auf Afrika. Neu ist der Afrika-Partner, der als persönliche Ansprechperson über die passenden Angebote informiert und das Unternehmen während des gesamten Beratungsprozesses begleitet. Zudem können Unternehmen in ausgewählten Pilotländern und Branchen individuelle vertiefte Beratung kostenlos nutzen, beispielsweise zu Gesundheitswirtschaft in Marokko. Auch der Africa Business Guide als neuer digitaler Wegweiser des Wirtschaftsnetzwerks Afrika bietet ausführliche Informationen zu Angeboten und Veranstaltungen (www.africa-business-guide.de). Außerdem werden weitere Unterstützungsangebote für den deutschen Mittelstand entwickelt, die zusätzliche Bedarfe der Unternehmen berücksichtigen und Lücken schließen.

Die Weltwirtschaft steht derzeit vor gänzlich neuen Herausforderungen. Was bedeutet die aktuelle Corona-Krise für das Wirtschaftsnetzwerk Afrika?

In Deutschland wie in Afrika sind die mit der Corona-Krise einhergehenden Herausforderungen enorm. Der Eintritt in afrikanische Märkte wird für den deutschen Mittelstand in den kommenden Monaten nicht im Fokus stehen. Weil auch viele Angebote des Wirtschaftsnetzwerks Afrika, wie Markterkundungs- oder Geschäftsanbahnungsreisen, derzeit nicht stattfinden können, entwickeln wir virtuelle Angebote weiter. Zudem wird verstärkt auf Unterstützung für deutsche Unternehmen gesetzt, die bereits vor Ort sind. Auch die individuelle Beratung steht nach wie zur Verfügung und die Afrika-Partner sind unverändert erreichbar: per E-Mail beratung@wirtschaftsnetzwerk-afrika.de oder telefonisch unter 030 27 57 57 60.