Medizintechnik

Computertomograf
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Die Medizintechnik gehört zu den größten und wichtigsten Branchen der deutschen Gesundheitswirtschaft. Im Jahr 2015 verbuchten die Unternehmen einen Umsatz von rund 27 Milliarden Euro gegenüber 25,4 Milliarden im Vorjahr. Dabei lagen die Inlandsumsätze mit knapp 10 Milliarden Euro deutlich unter den Auslandsumsätzen von 17,6 Milliarden Euro. Mit einer Exportquote von rund 64 Prozent ist das Auslandsgeschäft von zentraler Bedeutung für die Branche. Im internationalen Vergleich rangiert Deutschland mit einem Welthandelsanteil von medizinischen Produkten von 14,6 Prozent an zweiter Stelle, direkt hinter dem Spitzenreiter USA.

Wichtigstes Abnehmerland deutscher Medizintechnik ist ebenfalls die USA. Der größte Anteil der Medizintechnikexporte entfällt allerdings auf die Länder der EU sowie das restliche Europa. Aber auch in anderen Regionen sind deutsche Medizintechnikprodukte gefragt. Wichtige Zielmärkte befinden sich beispielsweise in Mittel- und Südamerika und Asien. Allein 18 Prozent aller Medizintechnik-Ausfuhren gingen 2015 in den asiatischen Raum.

Ziel der Exportinitiative Gesundheitswirtschaft ist es, die globale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen der Branche nachhaltig zu stärken und deren Internationalisierung aktiv voranzutreiben. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf der Unterstützung kleiner und mittelständischer Unternehmen.

Die branchenspezifischen Maßnahmen zur gezielten Außenwirtschaftsförderung entwickelt die Exportinitiative gemeinsam mit den relevanten Fachverbänden in vier Arbeitskreisen. Der Arbeitskreis Medizintechnik besteht aus:

  • German Health Care Export Group e. V. (GHE)
  • SPECTARIS – Deutscher Industrieverband für optische, medizinische und mechatronische Technologien e.V.
  • Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. (ZVEI)
  • Verband der Deutschen Dental-Industrie e.V. (VDDI)

Wussten Sie schon?

  • Kanadas Gesundheitssektor ist stark importabhängig. Gute Lieferchancen bietet die bildgebende Diagnostik. Gefragt sind auch Geräte zur Behandlung altersbedingter Krankheiten (Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen) und orthopädische Hilfsmittel.
  • In Kolumbien, Peru und Chile wird die öffentliche Gesundheitsfürsorge in den kommenden Jahren ausgeweitet. Investiert wird vor allem in den Bau neuer Krankenhäuser und die Ausweitung des Versichertenschutzes.
  • In Mexiko haben öffentliche Krankenhäuser großen Bedarf an Medizintechnik, vor allem in der Labor- und Diagnosetechnik.
  • In Frankreich bieten sich gute Geschäftschancen für Diagnostiksysteme, das Image Networking mit Bilddatenbanken und nichtinvasive Eingriffstechniken in der Chirurgie. Im Hilfsmittelmarkt ist die Nachfrage nach Knie-Hüft- und Ellbogenprothesen hoch.
  • In China wird für Medizintechnik bis 2020 mit Nachfragesteigerungen von jährlich 14 bis 15% gerechnet. Überdurchschnittliches Wachstum wird in der Orthopädie sowie bei minimalinvasiven Operationsgeräten erwartet.