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06.02.2018

Auswirkungen des Brexit auf die britische MedTech-Branche

Der britische Medizintechnikmarkt ist nach Deutschland und Frankreich der größte Europas. Wie sich der EU-Austritt auf die Branche auswirkt, ist ungewiss.

Flaggen EU und Vereinigtes Königreich zum Thema Brexit; Quelle: fotolia/Fredex
© fotolia/Fredex

Für das Gesamtjahr 2017 beläuft sich das Volumen des britischen Medizintechnikmarkts auf 9,2 Milliarden Euro, so die Prognose des Marktforschungsinstituts BMI Research-Fitch Group. Aufgrund des anstehenden Brexits soll die Branche in den kommenden Jahren spürbar an Schwung verlieren. Ein Auslöser ist unter anderem die zunehmende Inflation, die die Einkommen sinken lässt.

Das Land ist zudem weniger attraktiv für Zuwanderer, was das Bevölkerungswachstum bremst. Gleichzeitig haben sich auch die Absatzchancen für deutsche Anbieter verschlechtert, denn das Pfund Sterling hat seit der Brexit-Ankündigung gegenüber anderen Währungen verloren. Das macht ausländische Produkte für britische Abnehmer teurer. Mit dem Austritt drohen zudem Importbarrieren und Zölle.

Einzelne Faktoren dürften den Markt dennoch stabil halten: Die Bevölkerung wird älter und wächst – wenn auch in geringerem Maß. Zudem leiden mehr Briten an chronischen und lebensstilbedingten Krankheiten. Der größte Abnehmer von Medizintechnik ist das staatliche Gesundheitssystem. Trotz Finanzierungsengpässen wird in die Forschung und in neue Krankenhäuser investiert, was auch ausländischen Unternehmen zugutekommt. Nach Angaben von Eurostat wurde 2016 Medizintechnik im Wert von 6,4 Milliarden Euro in das Vereinigte Königreich eingeführt. Insgesamt sank die Importrate allerdings, was auch Deutschland zu spüren bekam. Die Einfuhren gingen um mehr als 10 Prozent zurück. Von dem Trend sind jedoch nicht alle Produktgruppen betroffen: In der ersten Jahreshälfte 2017 wurden 23 Prozent mehr Rollstühle aus deutscher Produktion geordert.

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  • Branche kompakt: Britische Medizintechnikbranche leidet unter dem geplanten Brexit

    London (GTAI) - Der sechstgrößte Medizintechnikmarkt der Welt gilt zwar weiterhin als Wachstumsmarkt. Allerdings leidet auch die britische Medizintechnikbranche unter dem geplanten EU-Austritt und den damit zusammenhängenden gewaltigen Unsicherheiten. Mit dem Brexit drohen unter anderem bürokratische Einfuhrbarrieren und Zölle. Das seit dem EU-Referendum schwache Pfund Sterling verteuert Importe. Deutsche Produkte machen aktuell rund 16 Prozent der britischen Medizintechnik-Einfuhren aus.