Meldung
17.01.2018

Niederländischer Arzneimittelmarkt in Bewegung

Beim weltweiten Pharmazeutika-Handel spielen die Niederlande eine wichtige Rolle. Die Einfuhr- sowie die Ausfuhrrate nahmen 2016 zu. Als Produzent verliert das Land hingegen an Bedeutung.

Flagge Niederlande; Quelle: fotolia/anjokan
© Quelle: fotolia/anjokan

Die Importe von Arzneimitteln in die Niederlande stiegen 2016 um etwa 8 Prozent auf 14,2 Milliarden Euro. Mit Lieferungen im Wert von 3,2 Milliarden Euro liegt Deutschland auf dem zweiten Platz der wichtigsten Importeure. Neben den Einfuhren erhöhten sich auch die Exporte – auf 22,2 Milliarden Euro. Auch hier ist Deutschland ein wichtiger Handelspartner: 2016 wurden Erzeugnisse im Wert von 3,7 Milliarden Euro in die Bundesrepublik exportiert.

Bei drei Vierteln der Ausfuhren handelt es sich um Reexporte von Medikamenten, die zuvor importiert wurden. Im Bereich der Produktion ist die Herstellung pharmazeutischer Erzeugnisse die wichtigste Sparte. Hier führen kleine und mittlere Unternehmen (KMU) den Markt an. Insgesamt nimmt die Bedeutung der Niederlande als Pharmaproduzent im Vergleich zu anderen EU-Ländern wie Deutschland oder Belgien jedoch seit Jahren ab.

Der Umsatz mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln im Land soll 2017 bei 4,8 Milliarden Euro liegen. Der Bedarf wird in Zukunft zunehmen. Grund dafür ist unter anderem eine alternde Bevölkerung, die mehr Medikamente benötigt. Generikaunternehmen haben hier einen immer größeren Anteil an der Arzneimittelversorgung. Aufgrund einer Änderung des Arzneimittelpreisgesetzes und der Erstattungspolitik der Versicherer sind die Arzneimittelpreise im ambulanten Sektor jedoch stark gesunken. Hinzu kommt, dass Genehmigungsverfahren für Medikamente und Zustimmungsverfahren zur klinischen Forschung in den Niederlanden verhältnismäßig lang dauern. Die Biotechnologie gibt dem Markt jedoch Aufwind. Insbesondere KMU entwickeln immer häufiger biotechnologische Wirkstoffe.

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