Meldung
21.12.2017

Russlands Pharmamarkt: Perspektive für internationale Hersteller

Ein Plus von 11,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum: Das ist die Bilanz des russischen Pharmamarkts für das erste Halbjahr 2017. Die russische Regierung reagiert, indem sie mehr Medikamente im Inland produzieren lassen will. Internationale Hersteller sollten sich daher über Neuregelungen informieren.

Flagge Russland; Quelle: istock/Ramberg
© Quelle: istock/Ramberg

Die Wachstumsrate des russischen Pharmamarkts soll laut dem Marktforschungsinstitut DSM Group im Gesamtjahr 2017 bei 9 Prozent liegen. Das Marktvolumen würde damit fast 24 Milliarden Euro betragen. Ein Grund ist die hohe Nachfrage der Krankenhäuser und Kliniken in der ersten Jahreshälfte nach postoperativ verabreichten Medikamenten. Der mengenmäßige Absatz stieg hier um 22,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Russische Verbraucher kauften im 1. Halbjahr für 4,6 Milliarden Euro Medikamente. Damit stieg auch der Absatz im Einzelhandel um 13,9 Prozent. Durch den Wachstumstrend werden die 15 größten Apothekenketten ihre Vorrangstellung voraussichtlich weiter festigen. Zudem drängen sich nach einem Verbot des Online-Medikamentenhandels immer mehr Supermarktketten auf den Markt.

Trotz der positiven wirtschaftlichen Bilanz ist unklar, wie sich die Absatzchancen für internationale Hersteller entwickeln. Bis 2018 sollen etwa 90 Prozent der lebenswichtigen Medikamente im Inland produziert werden. Ein weiteres Problem: In manchen Regionen herrscht Preisdirigismus. Behörden bestimmen, welche Medikamente erstattet werden, wodurch einheimische Firmen bevorzugt werden könnten.

Im Mai 2017 ist der gemeinsame Markt für Arzneimittel und Medizinprodukte der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU) in Kraft getreten. Internationale Hersteller sollten sich über Fristen und Richtlinien informieren. Weitere Hinweise zu Neuregelungen im Arzneimittelgroßhandel und im Zulassungs- und Erstattungswesen bietet der Newsletter der Exportinitiative Gesundheitswirtschaft „PharmaUpdate Russland“.

Außerdem informiert die Exportinitiative  in einem Webinar über den Arzneimittelmarkt der Eurasischen Wirtschaftsunion. Hier werden auch Themen wie Registrierung, Serialisierung und Lokalisierung von pharmazeutischen Produkten in Russland besprochen. Die Präsentationen und Aufzeichnung des Webinars finden Sie hier.

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