Meldung
30.11.2017

Generika beflügeln Arzneimittelabsatz in Brasilien

Das Geschäft mit Arzneimitteln in Brasiliens Pharmasektor legte 2016 wieder deutlich zu. Der Markt profitiert insbesondere von der Alterung der Gesellschaft und einem steigenden Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung. Generika und Langzeitmedikamente werden besonders stark nachgefragt.

Flagge Brasiliens; Quelle: istock/terraxplorer
© istock/terraxplorer

In Brasilien wurden im vergangenen Jahr insgesamt 32 Milliarden US-Dollar (ca. 27 Milliarden Euro) mit Pharmazeutika umgesetzt. Die Verkäufe legten laut Branchenverband „Sindusfarma“ trotz Wirtschaftskrise wie schon im Vorjahr zweistellig zu: 13,1 Prozent bei Medikamenten und 14,7 Prozent bei Nachahmerpräparaten (Generika), die ihren Anteil deutlich ausbauen konnten. Die Entwicklung in den ersten Monaten von 2017 deutet auf ähnlich starkes Wachstum wie im Vorjahr hin. Bei den neuen Investitionen sticht insbesondere der Bundesstaat Minas Gerais hervor, wo Arzneimittelfirmen hohe Summen in neue Produktionsanlagen für Medikamente, Vitaminpräparate und Generika investieren.

Zu den Wachstumsfaktoren der Medikamentennachfrage zählt in erster Linie die zunehmende Alterung der brasilianischen Bevölkerung, die vor allem hochwirksame Dauer- und Bedarfstherapeutika zur langfristigen Behandlung von chronischen Krankheiten benötigt. Zudem sind 56 Prozent der Brasilianer übergewichtig, was Krankheiten wie Bluthochdruck und Diabetes zur Folge hat.

Rund 45 Prozent der 2017 neu auf den Markt gebrachten Arzneimittel waren onkologische Medikamente, gefolgt von Medikamenten für Herz-Kreislaufbeschwerden (12 Prozent), Diabetes (10 Prozent), Atemwege (10 Prozent) und Impfungen (5 Prozent). Gemäß Branchenkennern werden immer kleinere Packungen mit weniger Einheiten nachgefragt.

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