Meldung
06.10.2017

Digitalisierung der Gesundheitswirtschaft ist Thema des Botschafterfrühstücks im Auswärtigen Amt

Was haben die Begriffe Interoperabilität, Interkonnektivität, Telematik, Interdisziplinarität und Big Data gemein? Sie sind kompliziert und sie sind zentrale Themen der digitalen Gesundheitswirtschaft - in Deutschland aber auch weltweit. Die Teilnehmer des Botschafterfrühstücks am 5. Oktober im Auswärtigen Amt haben erfahren, was sich dahinter verbirgt.

Diskussionsrunde beim Botschafterfrühstück
Botschafterfrühstück - Diskussion
© Diplomatisches Magazin
Botschafterfrühstück - Diskussion

Rund 80 Diplomaten aus fast ebenso vielen Ländern waren am 5. Oktober Gast des Auswärtigen Amtes (AA) und der Exportinitiative Gesundheitswirtschaft im exklusiven Internationalen Klub des AA. In regelmäßigen Abständen lädt man dort ausländische Diplomaten zu dem „Ambassadors‘ Breakfast“ mit jeweils unterschiedlichen Themenschwerpunkten ein. Diesmal stand die Digitalisierung der Gesundheitswirtschaft im Mittelpunkt und zwar speziell deren Lösungen für die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum.

Digitale Gesundheit ist der am dynamischsten wachsende Teilbereich der Gesundheitswirtschaft. Und das nicht nur in technologisch hochentwickelten Ländern, auch in Schwellen- und Entwicklungsländern boomt der digitale Gesundheitsmarkt. Die Anwendungsarten sind extrem breit gefächert und decken von der einfachen Telemedizin-App bis zu High-Tech Robotern ein riesiges Spektrum ab. Gerade in ländlichen Gegenden, etwa in Afrika, können digitale Lösungen die Gesundheitsversorgung eines Großteils der Bevölkerung merkbar verbessern und vor allem finanzierbar machen.

Klaus-Peter Brandes, begrüßte als Vertreter des AA gemeinsam mit Stefanie Zenk, Senior Managerin der Exportinitiative Gesundheitswirtschaft und dort verantwortlich für den Bereich digitale Gesundheitswirtschaft, zu Beginn die Gäste. Beide gaben den Teilnehmern auch einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen der digitalen Gesundheitswirtschaft in Deutschland. Besonders in dem Bereich E-Health sei Deutschland, so Brandes, ein Land der „hidden Champions“. Denn besonders die kleinen und mittleren Unternehmen sind hier zentrale Innovationstreiber.

Admir Kulin, CEO m.Doc GmbH, beim Botschafterfrühstück
Botschafterfrühstück - Admir Kulin, CEO m.Doc GmbH
© Diplomatisches Magazin
Botschafterfrühstück - Admir Kulin CEO m.Doc GmbH

Von diesen waren auch einige Vertreter anwesend, die in kurzen Präsentationen ihre Ansätze beispielhaft für die Innovationsfähigkeit und Bandbreite Branche in Deutschland präsentierten. Die Unternehmen inoges, m.Doc und Tembit stellten Lösungen zur Rehabilitation mittels digitaler Unterstützung, eine digitale Patienten-Plattform sowie eine mobile Anwendung zur Früherkennung von Herzerkrankungen vor. Dabei wurden stets auch die zentralen Themen der Branche wie Interoperabilität, Interkonnektivität oder Datensicherheit berührt. Aus Sicht der Anwender kam außerdem ein Vertreter der Deutschen Krankenhausgesellschaft zu Wort. Er erläuterte den Teilnehmern den aktuellen Stand der Telematik in Deutschland.

In der Diskussion wurde dann noch eine zentrale Herausforderung der grenzüberschreitenden Digitalisierung benannt: Die Entwicklung von internationalen medizinischen Standards. Nur so können die Systeme auch grenzübergreifend angewendet und die Patienten- und Anwendersicherheit gewährleistet werden. Aufgabe der Politik sei es, so der Tenor, die entsprechenden Anreize dafür zu schaffen. Der grenzübergreifende politische Dialog zu diesem Thema anlässlich des Botschafterfrühstücks war ein erster wichtiger Schritt in diese Richtung.