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09.03.2017

Australien: Mehr Krankenhäuser, mehr Medizintechnik

Die Bevölkerung Australiens wächst, wird älter und lebt zunehmend ungesund. Dadurch steigt der Bedarf an Gesundheitsprodukten und Behandlungsmöglichkeiten – und somit auch an Medizintechnik. Davon profitieren vor allem ausländische Hersteller. Die Importrate liegt bei rund 80 Prozent.

Australische Flagge flattert im Wind
© istockphoto.com/ JoeGough

In Australien beliefen sich die Ausgaben für Produkte der Gesundheitswirtschaft im Finanzjahr 2013/2014 auf 154,6 Milliarden Australische Dollar (ca. 111,5 Milliarden Euro) – ein Anstieg von 3,1 Prozent. Grund für den Trend ist unter anderem das Bevölkerungswachstum. Die Australier bekommen nicht nur mehr Kinder, sondern auch der Zuzug aus dem Ausland nimmt zu. Gleichzeitig wird die Bevölkerung älter. Hinzu kommt, dass immer mehr Australier übergewichtig sind. Das erhöht das Risiko an Typ-2-Diabetes, bei der die Körperzellen eine Insulinresistenz entwickeln, an Herz-Kreislauf-Beschwerden oder an Asthma zu erkranken. Auch die Gesundheit der indigenen Bevölkerung hat Einfluss auf den Bedarf an Gesundheitsprodukten. So leidet beispielsweise jeder sechste der Aborigine und Torres-Strait-Insulaner über 24 Jahren bereits an Diabetes oder hohen Blutzuckerwerten.

Um den Herausforderungen gerecht zu werden, sind landesweit sechs Krankenhäuser in Planung oder im Bau. Für die Einrichtungen stehen Investitionssummen zwischen 300 Millionen Australische Dollar (ca. 216 Millionen Euro) und einer Milliarde Australische Dollar (ca. 721 Millionen Euro) zur Verfügung. Davon profitieren nicht zuletzt die 500 inländischen Medizintechnikunternehmen. Nach Angaben von IBISWorld konnten sie im Finanzjahr 2015/2016 einen Umsatz von knapp 3,4 Milliarden Australische Dollar (ca. 2,4 Milliarden Euro) erwirtschaften. Für 2016/2017 soll dieser bei 3,5 Milliarden Australische Dollar (ca. 2,5 Milliarden Euro) liegen. Die positive Marktdynamik ruft junge Firmen mit neuen Ideen auf den Plan: Etwa 54 Prozent der Branchenunternehmen sind Start-Ups.

Dennoch kann die nationale Medizintechnikproduktion den Bedarf nicht decken. So müssen rund 80 Prozent der Geräte importiert werden. Nach den USA ist Deutschland das wichtigste Lieferland. Mit einem Anteil von 28,4 Prozent führen deutsche Hersteller von Röntgenapparaten sogar das Einfuhrranking in dieser Produktgruppe an. Auch Elektrodiagnosegeräte „made in Germany“ sind gefragt (20,1 Prozent). Wer medizintechnische Erzeugnisse nach Australien exportiert, muss jedoch diverse Vorschriften einhalten. So ist unter anderem nachzuweisen, dass diese den staatlichen Standards genügen. Auch muss der Vertrieb über einen inländischen Partner erfolgen. In einem „Branche kompakt“-Artikel hat Germany Trade & Invest die wichtigsten geschäftspraktischen Hinweise für deutsche Hersteller zusammengestellt.

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