Meldung
06.01.2014

Südafrika: Nachfrage nach Medizintechnik steigt

Südafrikanische Flagge
© istockphoto.com / Terraxplorer

Südafrikas Importquote für Medizintechnik liegt bei 90 Prozent, das Land verzeichnet weiterhin eine steigende Nachfrage. Neben einem wachsenden Privatsektor sollen die staatlichen Kliniken im Zuge der Einführung einer gesetzlichen Krankenversicherung umfassend modernisiert werden.

Das Marktvolumen für Medizintechnik in Südafrika lag 2012 bei 1,35 Mrd. US$. Frost & Sullivan prognostizieren für die nächsten Jahre ein Wachstum von 4,5%, damit dürfte der Sektor bis 2018 stärker wachsen als die Gesamtwirtschaft. Treibende Kraft für die Medizintechnikverkäufe ist die steigende Nachfrage nach Gesundheitsdienstleistungen.

Etwa 50% des Marktes entfällt auf den Privatsektor, der mit 8,7 Millionen Versicherten aber nur rund 17% der Bevölkerung versorgt. Die restliche Bevölkerung ist auf staatliche Krankenhäuser angewiesen, die in letzter Zeit verstärkt als Abnehmer von Medizintechnik in den Vordergrund treten. Grund ist die Einführung einer gesetzlichen Krankenversicherung (National Health Insurance, NHI), die bis 2025 abgeschlossen sein soll und eine verbindliche Mitgliedschaft ab einer bestimmten Einkommensschwelle vorsieht. Im Vorfeld werden Milliardenbeträge in die Erneuerung und den Ausbau der öffentlichen Gesundheitsinfrastruktur investiert.

Auch der private Krankenhausektor wird seine Ausstattung weiterhin regelmäßig modernisieren, da in der privat versicherten Bevölkerung ein zunehmender Behandlungsbedarf festzustellen ist. Sowohl die Mitgliederzahl als auch die Anzahl älterer Versicherter steigt an, was von einem Anstieg chronischer Krankheiten begleitet wird. Die privaten Krankenhäuser in Südafrika sind auch im internationalen Vergleich sehr gut ausgestattet. Bei der Geräteausstattung spielen Wartung und Service eine immer wichtigere Rolle. Die Nutzungsdauer von Medizintechnikgeräten ist oft relativ kurz, da ständig in Modernisierungen investiert wird.

Der öffentliche und private Gesundheitssektor als Abnehmer von Medizintechnik unterscheiden sich noch deutlich in ihrem Nachfrageverhalten. Der staatliche Sektor schreibt Anschaffungen aus und ist mengenmäßig der größte Auftraggeber im Land. Nachgefragt werden vor allem günstige Produkte zur medizinischen Grundversorgung. Sie sollten zuverlässig sein und wenig Instandhaltungsaufwand verursachen. Der Neuanschaffungszyklus ist deutlich länger als im Privatsektor.

Nur etwa 10% des südafrikanischen Inlandsbedarfs an Medizintechnik wird vor Ort produziert. Der Markt ist bislang nur wenig reguliert. Lediglich bestimmte elektromedizinische Geräte, von denen eine Strahlung ausgeht, müssen beim Gesundheitsministerium lizenziert werden. Dabei reicht aber der Nachweis einer CE-Kennzeichnung aus. Ein neuer Gesetzentwurf zu einer allgemeinen Zulassungspflicht von Medizintechnik soll in der ersten Jahreshälfte 2014 kommen. Dabei ist noch unklar, ob eine CE-Kennzeichnung ausreichen oder es zumindest für bestimmte Produkte eine eigene Kennzeichnung geben wird. Die Zuständigkeit für Zulassungsverfahren soll als neue Behörde die South African Health Products Regulatory Authority (SAHPRA) übernehmen.