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18.11.2013

SPECTARIS: Deutsche Medizintechnikindustrie wächst im Ausland

Container werden verladen
© istockphoto.com/ lopurice

Im Oktober 2013 lag der ifo-Geschäftsklimaindex im Bereich "Herstellung von medizinmechanischen Erzeugnissen" im deutlich zweistelligen Bereich - wie in den 12 Monaten zuvor. Dennoch bewerteten die Firmen die aktuelle Geschäftslage und die Erwartungen für die nächsten Monate mehrheitlich als gleichbleibend. Diese verhalten positive Grundstimmung spiegelt sich auch in den aktuellen Branchenzahlen wider: Für das Jahr 2013 rechnet der Industrieverband SPECTARIS mit einem Branchenumsatz von rund 22,9 Milliarden Euro, was einem Plus von knapp drei Prozent entsprechen würde.

Die Aussichten für das Jahr 2014 ähneln der Branchenentwicklung im laufenden Jahr. Im Inland wird eher von einer Seitwärtsbewegung (+/- 0 %) ausgegangen. "Wachstumsimpulse erwarten wir wieder durch das Auslandsgeschäft. Angesichts der grundsätzlich positiven Konjunkturaussichten für 2014 und der nach wie vor anhaltend hohen Nachfrage nach Medizintechnik aus den Schwellenländern wird ein Exportzuwachs um rund vier Prozent erwartet", so Tobias Weiler, Geschäftsführer beim Industrieverband SPECTARIS. Insgesamt könnte der Umsatz der deutschen Medizintechnikindustrie damit im nächsten Jahr die 23 Milliardengrenze überschreiten und läge dann mit 23,5 Milliarden um rund drei Prozent über dem diesjährigen Ergebnis. Auch bei der Beschäftigtenzahl wird von einem erneuten Wachstum ausgegangen.

Mehr als 68 Prozent des Umsatzes wird derzeit im Ausland erwirtschaftet. Doch nicht nur aufgrund der hohen Exportquote spielt das internationale Geschäft eine wichtige Rolle für die rund 420 deutschen Hersteller (mit mehr als 50 Beschäftigen bzw. 1.180 Betriebe mit mehr als 20 Beschäftigten). Vielmehr sorgt fast ausschließlich das Exportgeschäft für Umsatzsteigerungen, wobei eine Verlagerung der Nachfrage, weg von den klassischen Industrieländern und hin zu den Schwellenländern, zu beobachten ist. Nur dort werden aktuell noch hohe Wachstumsraten erzielt. So befinden sich neben der Volksrepublik China und Russland inzwischen auch Brasilien, Indien, Südkorea, Saudi-Arabien oder Australien unter den 20 wichtigsten Zielländer der deutschen Medizintechnikexporte. Dennoch bleibt die EU mit einem Anteil von 38 Prozent die wichtigste Zielregion der deutschen Ausfuhren. Insgesamt werden die Firmen im laufenden Jahr einen Auslandsumsatz von voraussichtlich 15,6 Milliarden Euro erzielen. Das würde einem Plus von etwa drei Prozent entsprechen.

Aufgrund ihrer Innovationsfähigkeit, einer sehr hohen Produktqualität sowie ausgeprägter, gewachsener Servicestrukturen können sich die deutschen Hersteller, national und international, noch gut behaupten. Deutsche Medizintechnik genießt dabei weltweit einen guten Ruf. Maßgeblich verantwortlich dafür sind die rund 98.000 Mitarbeiter der Unternehmen, deren Anzahl nicht nur in diesem 
(+3,8 %), sondern auch in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen ist.

Wenig dynamisch zeigt sich dagegen der von einem Investitionsstau gekennzeichnete Inlandsmarkt. Für 2013 rechnet SPECTARIS mit einem Inlandsumsatz der deutschen Medizintechnikunternehmen in Höhe von 7,2 Milliarden Euro (+1,1 %). Zum Vergleich: Bereits in 2010 lag der Inlandsumsatz auf dem gleichen Niveau, im laufenden Jahr konnte lediglich der leichte Rückgang des Vorjahres wieder ausgeglichen werden. Der deutsche Markt ist dabei hart umkämpft, nicht zuletzt von vielen internationalen Playern.