Meldung
03.11.2013

Indonesiens Pharmasektor weiterhin auf Importe angewiesen

Flagge Indonesiens
© istockphoto.com/ Robert Churchill

Die Arzneimitteleinfuhren Indonesiens haben sich zwischen 2002 und 2012 nahezu verfünffacht. Die lokale Industrie stellt zwar Generika in Eigenregie her, eigene Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen gab es bislang jedoch kaum. Die neuesten und effektivsten Medikamente muss das Land zurzeit und auf absehbare Zukunft nahezu komplett im Ausland einkaufen.

Gesundheitspolitiker und Pharmaproduzenten erwarten in Indonesien eine rasante Nachfragesteigerung nach Arzneimitteln aller Art. Die Regierung will den bislang nur wenig entwickelten Medizinsektor ausbauen und modernisieren. Dabei setzt sie vor allem auf eine allgemeine Krankenversicherungspflicht, die ab 2014 greifen soll.

Die Arzneimittelbranche wird vor allem vom steigenden Pharmaverbrauch profitieren: Indonesien verfügt zwar über eine der jüngsten Bevölkerung Südostasiens, doch infolge der wachsenden Einkommen und der sich kontinuierlich verbessernden Gesundheitsdienstleistungen steigt die Lebenserwartung und die Zahl der Zivilisationskrankheiten. Daher werden verstärkt Medikamente zur Behandlung von Diabetes, Bluthochdruck oder Krebs benötigt.

Im Jahr 2012 belief sich das gesamte Marktvolumen für Arzneimittel und Medikamente nach Berichten des Gesundheitsministeriums auf knapp 5 Mrd. US $. Für 2013 geht die Behörde von einem Anstieg auf rund 5,4 Mrd. US $ aus, im Jahr 2014 rechnet sie bereits mit einem Wert von 6,1 Mrd. US $.

Deutschland ist traditionell nach der VR China und vor der Schweiz und den USA der wichtigste Lieferant von Arzneimitteln. Im Jahr 2012 importierte Indonesien Arzneimittel aus Deutschland im Wert von mehr als 90 Mio. US $, ein Zuwachs von gut 12% zum Vorjahr.